Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!
Finanzierungsrunden, Preise, Exits — von den Erfolgen Münchner Startups berichten wir laufend. Aber was ist mit den Misserfolgen? Immerhin wird vermutet, dass mehr als 80 Prozent aller Startups in den ersten drei Jahren scheitern. Manche sprechen sogar davon, dass neun von zehn Startups drei Jahre nach ihrer Gründung pleitegehen. Fünf Beispiele aus der Münchner Startup-Szene, die es nicht geschafft haben.
Eigentlich sah es lange gut aus bei Leaf Republic. Mit seinen biologisch abbaubaren Einwegtellern aus Laub schien das Startup den Zeitgeist zu treffen. Die mediale Aufmerksamkeit war auf jeden Fall da, unter anderem durch den Auftritt in der Gründer- und Erfindershow „Das Ding des Jahres“ auf ProSieben. Doch im Herbst 2018 meldete Leaf Republic Insolvenz an. Als Grund dafür wurde im Insolvenzregister „Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ angegeben. (Foto: Leaf Republic) Ein Gewächshaus im Kühlschrank-Format — seit 2013 arbeitete Agrilution daran, den „Plantcube“ auf den Markt zu bringen. Im März 2019 war es dann auch soweit. Am Ende des gleichen Jahres musste das Münchner Startup dann allerdings auch Insolvenz anmelden. Gerettet wurde Agrilution schließlich durch eine Übernahme von Miele. Wer sich also einen Plantcube für Vertical Farming in den eigenen vier Wänden kaufen will, hat nach wie vor die Möglichkeit dazu. (Foto: Agrilution)Nach etwas mehr als fünf Jahren gab Lendstar im August 2018 auf. Das Startup hatte als reine P2P-Plattform, mit der sich Freunde untereinander Geld leihen können, angefangen. Es folgten Kooperationen, unter anderem mit Amazon und Zalando. Bei einem Auftritt in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ konnte das Unternehmen Jochen Schweizer zu einem Investment bewegen. Trotz allem ging das Geld aus und ein Insolvenzantrag musste gestellt werden. Ganz vorbei war es damit allerdings nicht, denn Lendstar wurde schließlich von Epay übernommen. (Foto: Lendstar)Eigentlich sah bei dem Fahrraddienstleister Livecycle alles sehr vielversprechend aus: Seit seiner Gründung konnte das Startup mit seinem mobilen Fahrrad-Service stetigen Wachstum verzeichnen. Nach einer ersten Investitionsrunde durch einen Business Angel sowie dem Fahrrad-Großhändler Messingschlager konnte das Startup allerdings keine weiteren Investoren für eine Zwischenfinanzierung finden. Ein damit verbundener Liquiditätsengpass führte Anfang des Jahres 2020 dazu, dass Livecycle einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung stellte. Trotzdem hat Livecycle noch eine Zukunft: Denn die Govecs Group, ein Hersteller von Elektrorollern, hat den Geschäftsbetrieb des Fahrraddienstleisters im Rahmen eines Asset-Deals übernommen. (Foto: pressfoto / Freepik)Das Münchner Homesharing-Startup Airgreets kümmerte sich seit Gründung 2016 um die Zwischenvermietung von Wohnungen. Mit seinem Konzept konnte es 2018 noch Investoren überzeugen. Ende 2019 wurde dann bekannt, dass das Münchner Startup insolvent ist. Doch das war nicht das Ende der Airgreets-Story, denn im Februar 2020 wurde verkündet, dass das Homesharing-Startup von der Morten-Group verkauft wurde. (Foto: Airgreets)
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