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Wie war der Sommer für die Münchner Startup-Szene?

Wie war der Sommer für die Münchner Startup-Szene?

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

October 9, 2020

3 min. read time

Alle folgenden Daten zur Münchner Startup-Szene stammen aus unserem Data & Insights-Dashboard. Wer mehr erfahren will, kann auch selbst die Datenbank nach weiteren Insights durchsuchen. Zur besseren Handhabung haben wir einen Guide erstellt, der die wichtigsten Funktionen erklärt.

Im dritten Quartal dieses Jahres konnten insgesamt knapp 148,5 Millionen Euro von Münchner Startups eingesammelt werden (die wichtigsten Investitionen haben wir Euch hier zusammengefasst). Im Vorjahresquartal waren es hingegen 680,3 Millionen Euro. Darin enthalten ist zwar die Rekordinvestition von 476 Millionen Euro an Flixbus, jedoch auch ohne diese Summe liegt Q3 2019 mit 204,3 Millionen Euro deutlich vorne.

Rückgang bei Zahl und Volumen der Investitionsrunden

Neben der Investitionssumme ist auch die Zahl der einzelnen Runden deutlich zurückgegangen. Wurden in Q3 2019 noch insgesamt 34 Runden geschlossen, waren es im Zeitraum Juli bis September 2020 nur 19. Besonders im August klafft hier eine große Lücke: Im letzten Jahr schlossen die Startups aus der Landeshauptstadt allein in diesem Monat 13 Runden erfolgreich ab; in diesem Jahr waren es hingegen 2. Aber auch der September zeigt mir nur 9 Investitionsrunden (2019: 14) eine klare Schwäche.

Der Verdacht, dass die Entwicklung der Corona-Krise geschuldet ist, liegt nahe. Denn bedenkt man die Zeit, die eine Investitionsrunde von der Vorbereitung bis hin zum Abschluss beansprucht – Daniel Höpfner, Managing Director beim Berliner VC B10, veranschlagt in einem Beitrag für Gründerszene dafür in etwa vier Monate – trifft die Lücke vor allem Investitionen, die im April in die Vorbereitung gegangen wären. Zudem hat das lange Warten auf manche Corona-Hilfen Investoren vorsichtiger werden lassen, wie das Business Angel Netzwerk Deutschland (BAND) bereits im Mai zu bedenken gab.

Höhere durchschnittliche Investitionen und mehr Exits

Es gibt aber auch positive Entwicklungen für die Münchner Startup-Szene: So hat die durchschnittliche Höhe der Investitionsrunden im Vergleich zum Vorjahresquartal zugelegt. Lag der Schnitt in Q3 2019 noch bei 6,2 Millionen Euro (ohne die Flixbus-Investition), stieg dieser Wert für Q3 2020 auf 7,8 Millionen Euro an.

Und auch die Zahl der Exits nahm zu: Gab es im letzten Jahr während Q3 nur 5 Akquisitionen, waren es in diesem Jahr 8 Akquisitionen und ein Buyout. Da es sich um Übernahmen gesunder Firmen wie Teleclinic oder unabhängig von Corona in Schwierigkeiten geratener Unternehmen wie der Kommunikations-Tochter von Wirecard handelte, scheint hier der Einfluss der Corona-Krise gering gewesen zu sein.

Auch die Fonds-Landschaft entwickelt sich in München positiv. So wurden von Münchner Venture-Capital-Firmen in den letzten drei Monaten vier neue Fonds aufgelegt, die insgesamt auf eine Investitionssumme von 1,675 Milliarden Euro kommen. Ein Jahr zuvor wurde im selben Zeitraum hingegen nur ein Fonds mit 210 Millionen Euro neu aufgelegt.

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