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Weltweiter Einbruch bei Fintech-Investitionen

Weltweiter Einbruch bei Fintech-Investitionen

Gastautor

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March 16, 2017

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Investoren haben 2016 deutlich weniger Geld in Fintech-Startups gesteckt als im Jahr zuvor. Die weltweiten Investitionen in junge Technologieunternehmen im Finanzdienstleistungssektor sind im vergangenen Jahr von 46,7 Mrd. USD (2015) auf 24,7 Mrd. USD drastisch zurückgegangen.

Die Zahl der Deals sank dabei von 1.255 auf 1.076. Im Private Equity-Segment floss mit 11 Mrd. USD deutlich weniger Geld als noch im Jahr zuvor (18 Mrd. USD). Dafür wurde 2016 mit 13,6 Mrd. USD etwas mehr Venture Capital in Startup-Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungsbereich investiert als 2015 (12,7 Mrd. USD), so die Studie „Pulse of Fintech“ von KPMG, in der die weltweiten Investitionen in Fintech-Startups analysiert werden.

Positive Prognose trotz Rückgang

Der Rückgang sei zum großen Teil der Unsicherheit geschuldet, die sich vergangenes Jahr an den Finanzmärkten breit gemacht habe, so die Studie. Die Auswirkungen des Brexit und der US-Wahl, dazu das sich abschwächende Wachstum in China und starke Schwankungen der Wechselkurse haben Investoren vorsichtiger werden lassen. Dennoch schätzen die Studienautoren die Aussichten für Fintechs positiv ein. Investoren würden immer stärker zusammenarbeiten, und viele klassische Unternehmen würden zunehmend dazu übergehen, Fintech-Lösungen in ihre Geschäftsmodelle und -prozesse zu integrieren.

Europa knickt um 80% ein – Deutschland zieht Venture Capital an

Besonders auffällig ist der Rückgang der Investitionen in Europa: Hier ging die Summe des in Fintechs investierten Kapitals von 10,9 Mrd. USD (2015) auf nur noch 2,2 Mrd. USD zurück. Die Zahl der Investments sank dabei von 349 auf 318, wobei sich allerdings Venture Capital-Investoren zunehmend interessiert zeigten: sie schlossen 2016 insgesamt 242 Deals mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Mrd. USD ab, das waren mehr als im Vorjahr (230 Deals mit 1,3 Mrd. USD). Davon wiederum floss ein bedeutender Teil nach Deutschland: Hier verdreifachten sich die Risikokapital-Investitionen laut der Studie von 106 Mio. USD auf 376 Mio. USD –bei einer Zunahme der Deals von 23 auf 31.

Insurtechs, Bitcoin- und Blockchain-Investments im Aufwind

Eine deutliche Zunahme verzeichnen Investments in Startups aus dem Versicherungsbereich: so floss 2016 mit knapp 1,2 Mrd. USD fast doppelt so viel Geld in Insurtechs wie noch im Jahr zuvor (590,2 Mrd.). Und auch Unternehmen aus dem Bitcoin- und Blockchain-Umfeld konnten mehr Investitionen für sich verbuchen: Hier stieg die Summe von 441 Mio. USD (2015) um 23% auf 543,6 Mio. USD im vergangenen Jahr. Im vergangenen Jahr haben sich Konsortien wie etwa B3i im Versicherungsbereich gebildet, die der Blockchain-Technologie mehr Aufmerksamkeit verschaffen und deren Entwicklung fördern wollen. Viele Finanzdienstleister hätten inzwischen eingesehen, dass sie auch in diesem Segment durch eine Zusammenarbeit mit Fintechs ihre eigene Transformation schneller vorantreiben können, so die Autoren der Studie.

Und der nächste heiße Trend zeichne sich laut der KPMG-Studie bereits ab: 2018 wird die erweiterte Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 der EU in Kraft treten. Sie schreibt Banken vor, Drittparteien einen sicheren Zugang zur Verfügung zu stellen, um Kontodaten einzusehen und Zahlungen zu veranlassen. Auf diesen Zug werden nach Einschätzung der Studienautoren auch Fintechs oder Internet-Giganten aufspringen.

Dieser Artikel erschien ursprünglich beim VC Magazin

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