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SXSW 2023: So präsentiert sich München in Austin

SXSW 2023: So präsentiert sich München in Austin

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

9. Februar 2023

5 Min. Lesezeit

Die SXSW vereint Technologie-Konferenz und Kultur-Festival in einem und zieht damit jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Gäste an. Im vergangenen Jahr kamen rund 280.000 TeilnehmerInnen zusammen, die 15 verschiedenen Tracks auf 9 Summits an insgesamt sechs Standorten in Austin beiwohnten. Das Programm bot dabei Technologie-Themen ebenso wie Filmpremieren und Comedy-Acts.

Und auch für dieses Jahr versprechen die OrganisatorInnen der SXSW einiges. So wird zum Beispiel der Patagonia-CEO Ryan Gellert eine Keynote halten. Das Unternehmen machte im letzten Jahr Schlagzeilen, als dessen Gründer Yvon Chouinard es an zwei Stiftungen übergab und so dem Klimaschutz verschrieb. Gellert, bereits seit 2020 CEO von Patagonia, wird sicher einiges zu der von seinem Unternehmen ausgerufenen neuen Form des Wirtschaftens zu sagen haben. Und in einer weiteren Keynote werden vier am James Webb Telescope beteiligte Wissenschaftlerinnen einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Entdeckungen des Teleskops geben und erörtern, wie dieses Observatorium weiterhin die unerforschten Gebiete unseres Kosmos erforschen wird.

Teil des Getümmels der SXSW wird in diesem Jahr auch eine Delegation der Landeshauptstadt München sein. Zusammen mit Vertretern aus Stadtverwaltung, Wirtschaft sowie Kultur- und Kreativszene werden auch fünf Startups die Veranstaltung in Austin besuchen.

Clemens Baumgärtner, Referent für Arbeit und Wirtschaft der Landeshauptstadt München, wird die Münchner Delegation anführen. Er freut sich über die Teilnahme der Startups:

„Die hohe Anzahl an Bewerbungen zeigt, dass bei Münchner Startups ein großes Interesse für eine Teilnahme bei der SXSW besteht. Die Auswahl war nicht einfach, aber ich glaube, dass wir mit den sechs Gewinnern das breite Spektrum der Münchner Startup-Szene gut auf einer internationalen Bühne präsentieren können.“

StellDirVor

Das Startup StellDirVor arbeitet an der Schnittstelle von Medtech und Edtech. Es nutzt immersive Technologien (VR, AR, XR), um Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen zu verbessern und Fachkräfte im Praxisalltag zu entlasten. Theda Ockenga, CEO von StellDirVor, erwartet neue Impulse von der SXSW:

„Die SXSW ist für uns eine tolle Gelegenheit, unsere internationalen Partnerschaften zu vertiefen und zu erweitern. Gerade im Bereich immersiver Technologien können wir sicherlich viele spannende Impulse und Trends mitnehmen. Unser Aktionsfeld ‚Gesundheitswesen’ hat gerade sehr viel Dynamik – vor allem im Ausland; wir lassen uns hier gerne von Best Practices zu einer gesunden Digitalisierung inspirieren.“

Liangdao

Das Mobility-Startup Liangdao entwickelt Multisensor-Messtechnik für Fahrzeuge und Verkehrsinfrastruktur. Hierfür setzt das Unternehmen auf LiDAR-Sensoren, die die KI-basierte Software mit Daten versorgt. Auf diese Weise will Liangdao für eine echtzeitfähige Umgebungserfassung und präzise Objekterkennung sorgen, die es Verkehrsteilnehmenden ermöglichen, Entscheidungen nachhaltig zu treffen und komplexe Gegebenheiten besser bewerten zu können.

Die Landeshauptstadt München konnte das Startup schon einmal von sich überzeugen: 2021 gewann Liangdao den Münchner Innovationspreis mit einem Lösungsansatz zur „Verbesserung der Datenlage zum ruhenden und fließenden Verkehr“. CEO und Co-Founder Yang Ji ist sich sicher, dass er auch in den USA überzeugen kann:

„Wir wollen als Münchner Startup unsere Smart City Innovation mit 3D Echtzeit Traffic Monitoring System nach USA bringen. Für mehr Sicherheit auf der Straße.“

Brainamics

Brainamics setzt auf EEG und Machine Learning, um die Spielerfahrung von Gamern zu kartieren – und zwar zu jeder Sekunde und an jedem virtuellen Ort des Gameplays. So sollen Spieleentwickler objektiv herausfinden können, in welchen Passagen ihres Spiels die Konzentration der Test-SpielerInnen nachlässt oder gar Langeweile aufkommt. Auf diese Weise will das Münchner Startup dabei helfen, erfolgreichere Spiele zu entwickeln. Ursprünglich unter dem Namen Brainsight angetreten konnte das Startup bereits den TUM IdeAward gewinnen. Auch eine Pre-Seed-Runde mit der Initiative for Industrial Innovators als Investor hat Brainamics schon abgeschlossen.

Farminsect

Farminsect ermöglicht es LandwirtInnen, Tierfutter aus Insektenlarven herzustellen. Hierzu hat das Startup automatisierte Mastanlagen entwickelt, die von LandwirtInnen auf ihren Höfen betrieben werden. Diese mästen die vom Startup laufend bereitgestellten Junglarven selbst. Die lokal produzierten Insektenlarven sollen Soja und Fischmehl vollständig als Tierfutter ablösen. So sollen die Ressourceneffizienz und Wertschöpfung der LandwirtInnen gesteigert werden und der CO2-Ausstoß sinken. Auf die Unterstützung der EU kann Farminsect bereits zählen: Das Startup erhält über den EIC Accelerator insgesamt 7,5 Millionen Euro Förderung aus europäischen Töpfen.

Reverion

Reverion hat eine Technologie entwickelt, die bei der Stromerzeugung aus Biogas eine Effizienz von 80 Prozent erreichen soll – das entspricht einer Verdopplung gegenüber gängigen Methoden. Hierfür setzt das Startup auf Brennstoffzellen in einem neuartigen Systemaufbau, der es ermöglicht, sie auch reversibel zu nutzen. Dies bedeutet, dass Reverion-Anlagen bei Bedarf die Stromproduktion in eine Stromnutzung umkehren und so überschüssigen Strom aus Wind und Sonne für einen Elektrolyseprozess nutzen können. Dabei erzeugt Reverion wahlweise entweder grünen Wasserstoff oder erneuerbares Erdgassubstitut. Letzteres kann dann in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

Kontextlab

Das Münchner Startup Kontextlab hat eine Lösung entwickelt, die dabei helfen soll, den Kontext von Wissen zu verstehen. Mit ihrer webbasierten Publishingsoftware können komplexe Themen in digitalen multilayer Mindmaps erstellt und veröffentlicht werden. In diesen Maps kann sich der/die LeserIn spielerisch und visuell den Überblick über ein Thema verschaffen, unterschiedliche Perspektiven entdecken und bis ins Detail eintauchen. So will der „Kultur- und Kreativpilot 2019“ dabei helfen, große Themenkomplexe umfänglich und dennoch übersichtlich und verständlich zu vermitteln.

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