Munich Startup
Staatliche Forschung stärkt Cleantech-Startups

Staatliche Forschung stärkt Cleantech-Startups

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

March 22, 2019

2 min. read time

US-amerikanische Cleantech-Startups, die mit staatlichen Forschungseinrichtungen zusammenarbeiten, sind sowohl bei Patenten als auch bei der Investorenakquise erfolgreicher als ihre Konkurrenten. Das zeigt eine Studie der Technischen Universität München (TUM), der University of Maryland und der University of Cambridge. Solche Kooperationen könnten aufgrund der langwierigen Entwicklungsarbeiten „grüner“ Technologien von besonderer Bedeutung sein — auch in Deutschland.

In den USA betreibt der Staat zahlreiche nationale Forschungseinrichtungen. Allein unter der Regie des Energieministeriums arbeiten 17 Institute wie etwa das National Renewable Energy Laboratory (NREL). Umstritten ist in der öffentlichen Debatte allerdings, inwieweit sie in der angewandten Forschung, vor allem in Kooperation mit Unternehmen, und im Technologietransfer tätig sein sollen.

Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM), der University of Maryland und der University of Cambridge haben deshalb die Aktivitäten von rund 650 Startups aus dem Bereich Cleantech zwischen 2008 und 2012 untersucht, also von Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen mit „sauberen“ Technologien anbieten. Dazu zählen beispielsweise erneuerbare Energien und Recycling. Die Forscherinnen nahmen vor allem Patente und Finanzierungen unter die Lupe, die als Zeichen für Innovation und Geschäftserfolg bei jungen Unternehmen gelten.

Investorengelder in einem Jahr um 150 Prozent gesteigert

Die Studie zeigt, dass die Startups ihre Patentaktivitäten im Schnitt um 73 Prozent steigern konnten, wenn sie mit staatlichen Einrichtungen zusammenarbeiteten. Diese Zahl bezieht sich auf einzelne Kooperationen. Lizenzierten Startups eine Technologie, die von einem Regierungsinstitut entwickelt worden war, konnten sie die Summe der Investorengelder im folgenden Jahr um mehr als 150 Prozent erhöhen. Damit waren sie bei ihrer Finanzierung mehr als doppelt so erfolgreich wie andere Startups. Einige der erfolgreichsten Allianzen arbeiteten außerhalb der großen Technologiezentren wie dem Silicon Valley.

Die Wissenschaftlerinnen gehen davon aus, dass im Cleantech-Bereich, nicht zuletzt im Energiesektor, staatlich-private Partnerschaften von besonderem Wert sind. Weil die Technologieentwicklung hier viel Zeit in Anspruch nimmt, haben Unternehmen schwierigere Startbedingungen als etwa im IT-Bereich. Diesen Nachteil könnten langfristig agierende öffentliche Institutionen ausgleichen.


More like this

Related Articles to Read Next

Update-Interview: Climedo
Inside Stories

Update-Interview: Climedo

11.04.24
5 Min.
Eure Startups des Quartals
Inside Stories

Eure Startups des Quartals

02.04.24
3 Min.
Upcoming Startups im März
Inside Stories

Upcoming Startups im März

30.03.24
2 Min.
Eure Startups des Monats
Inside Stories

Eure Startups des Monats

29.03.24
3 Min.
Amind: Mental Health durch evidenzbasierte Weiterbildung
Inside Stories

Amind: Mental Health durch evidenzbasierte Weiterbildung

18.03.24
8 Min.
Werden Avi Medical und Pricefx die nächsten Münchner Einhörner?
Inside Stories

Werden Avi Medical und Pricefx die nächsten Münchner Einhörner?

16.03.24
2 Min.