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Studie: Sozialunternehmertum hat Milliardenpotenzial

Studie: Sozialunternehmertum hat Milliardenpotenzial

Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

17. April 2019

3 Min. Lesezeit

Sozialunternehmertum lohnt sich: würden die Lösungen der über 1.700 Sozialunternehmer in Deutschland systematisch genutzt und besser in bestehende Systeme integriert, ergäbe sich ein wirtschaftlicher Nutzen mit Milliardenpotenzial.

Das ergibt eine gemeinsame Studie von Ashoka und McKinsey. In dieser untersuchen sie, welche Faktoren entscheidend für den Erfolg von Sozialunternehmen sind. Die Ergebnisse zeigen, dass Social Entrepreneurs eine wichtige Rolle bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen spielen können.

„Das Potenzial ist gewaltig“

McKinsey-Partner Matthias Daub stellt anhand der Ergebnisse fest:

„Das Potenzial dieser Sozialunternehmer ist gewaltig.“

Allein eine bundesweite Einführung der Brustkrebsfrüherkennung nach dem Modell von Discovering Hands würde nicht nur viele Leben retten — volkswirtschaftlich ließe sich auch ein positiver Effekt von 80 bis 160 Millionen Euro jährlich erzielen, unter anderem durch geringere Behandlungs- und Folgekosten. Discovering Hands ist eines der vier Unternehmen, die in der Studie exemplarisch auf ihren Erfolg untersucht werden.

Die vier ausgewählten Beispiele zusammen haben nach Berechnungen von Ashoka und McKinsey ein finanzielles Potenzial von jährlich mindestens einer Milliarde Euro — und das sind nur einige von 72 Sozialunternehmern, die Ashoka derzeit in Deutschland fördert (Ashoka Fellows). Hochgerechnet ergäbe sich ein finanzielles Potenzial in zweistelliger Milliardenhöhe.

Sozialunternehmertum muss stärker gefördert werden

Die Studie zeigt aber: Dass neue Ideen tatsächlich nachhaltige Wirkung entfalten, ist alles andere als selbstverständlich.

„Wir müssen die Rahmenbedingungen verbessern, um erfolgreiche soziale Innovationen in bestehende Systeme zu integrieren, etwa über Gesetze, die Leistungskataloge von Krankenkassen oder die Ausbildung von Lehrern“,

sagt Odin Mühlenbein, Partner bei Ashoka Deutschland.

Die Studie nennt dafür drei Erfolgsfaktoren:

  • Förderer sollten Mittelvergabe und Rahmenbedingungen flexibler gestalten.
  • Partner in den Systemen sollten die Zusammenarbeit verbessern.
  • Sozialunternehmen sollten ihre systemischen Ziele, den Nutzen dieser Ziele für die Gesellschaft und ihren Beitrag zu diesen Zielen klarer benennen.

Beispielhaft analysiert hat die Studie vier soziale Innovationen:

  • Discovering Hands verbessert die Früherkennung von Brustkrebs mit Hilfe des besonders ausgeprägten Tastsinns blinder Frauen.
  • Irrsinnig Menschlich bietet eine wirksame Prävention psychischer Erkrankungen bei Schülern durch Aufklärung und Kontakt mit Betroffenen.
  • Apeiros hilft, Schulverweigerer früh zu erkennen und sofort geeignete Maßnahmen zu ergreifen.
  • Serlo Education hat das „Wikipedia des Lernens“ entwickelt und ermöglicht einen erfolgreicheren Bildungsweg, weil Schüler sich ihr Wissen selbstständig und im eigenen Tempo aneignen können.

Die gesamte Studie zum Nachlesen

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