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FinTechs treiben Corporates vor sich her

FinTechs treiben Corporates vor sich her

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

January 23, 2017

2 min. read time

FinTechs sind eines der heißesten Startup-Themen des Jahres. Experten rechnen mit einem steilen Wachstum bei Unternehmensbewertungen, Investitionen und Akquisitionen. Eine aktuelle Studie identifiziert München als eines der globalen FinTech-Zentren.

Die internationale Wirtschaftskanzlei White & Case mit Sitz in New York City befragte  150  Entscheider aus der internationalen Finanzbranche zur Entwicklung von FinTechs. Die Befragten sind sich größtenteils einig, dass die Bewertungen von FinTechs in den nächsten zwei Jahren steigen werden. Auch die von FinTechs eingeworbenen Mittel werden nach Expertenmeinung im kommenden Jahr zunehmen. Erstaunlich ist indes: Mehr als die Hälfte der befragten Brancheninsider halten Finanz-Startups schon jetzt für überbewertet.

Gefragt, welche Städte die attraktivsten Finanz-Startups in den nächsten 12-24 Monaten beheimaten werden, nennt wenig überraschend beinahe die Hälfte aller Befragten das Silicon Valley als Top-Location. Es folgen dahinter London, Singapur, Hong Kong und München.

Der Brexit könnte München als kontinental-europäischen Top-Standort weiteren Auftrieb verleihen. Immerhin gut jeder Vierte lässt sich durch die aktuelle politische Lage in Großbritannien von einem Deal auf der Insel abhalten. Erste Wahl unter den Ausweichstandorten ist Deutschland (38%), gefolgt von den USA (36%).

„Finanzindustrie  von Fintech-Entwicklungen getrieben“

Startups drücken der Finanzbranche derweil bereits deutlich ihren Stempel auf: 95% aller Befragten planen innerhalb der nächsten zwei Jahre einen Deal mit einem FinTech-Unternehmen. Gut die Hälfte möchte dies in Form einer Kooperation umsetzen und immerhin jeder Dritte Befragte plant, durch Übernahme eines FinTechs eigene Services zu erweitern oder gar zu ersetzen.

„Die Finanzindustrie ist jetzt schon deutlich von Fintech-Entwicklungen und M&A-Deals getrieben. Es wird künftig wahrscheinlich noch mehr Kooperationen geben. Auch offene Modelle, bei denen mehrere Fintechs und mehrere Banken zusammenarbeiten, sind möglich“,

sagt Prof. Dr. Roger Kiem, Partner bei White & Case. Als kritische Punkte identifiziert Kiem unter anderem die Unternehmensbewertung von FinTech-Startups:

„Doch gerade Fragen der Bewertung könnten immer entscheidender werden. Klassische Verfahren der Unternehmensbewertung greifen oft nicht und Haftungsfragen stehen für potentielle Partner von FinTechs ganz oben auf der Agenda.“

Die Studienteilnehmer fürchten bei der Zusammenarbeit mit Startups  besonders einen fehlenden cultural fit und technische Probleme: Gut zwei Drittel der Befragten sehen in der unterschiedlichen Arbeitskultur eine der größten Hürden. Jeweils mehr als die Hälfte sorgt sich über die technische Integration akquirierter Startups sowie Probleme mit Altsystemen.

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