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„Der Startup-Szene in Deutschland fehlen die Frauen“

„Der Startup-Szene in Deutschland fehlen die Frauen“

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

6. Februar 2020

2 Min. Lesezeit

Mehr Startups in Deutschland, aber zu wenig Frauen, die Startups gründen — der KfW-Startup-Report 2019 zeichnet ein durchwachsenes Bild der deutschen Startup-Landschaft.

Gute Zahlen zuerst: Laut dem aktuellen KfW-Startup-Report ist die Anzahl der innovations- oder wachstumsorientierten jungen Unternehmen in Deutschland erneut gestiegen. Im Jahr 2018 gab es 70.000 Startups und damit rund 10.000 mehr als im Jahr zuvor.

Der Startup-Report berücksichtigt bei seiner Erhebung innovations- oder wachstumsorientierte Unternehmen, die maximal 5 Jahre alt sind, im Vollerwerb betrieben werden und ein Gründungsteam oder Angestellte haben. Innovationsorientiert bedeutet dabei, dass Forschung und Entwicklung durchgeführt werden, um eine technologische Innovation zur Marktreife zu bringen oder mindestens eine deutschlandweite Marktneuheit anzubieten.

Frauen gründen weniger innovations- und wachstumsorientiert

Diese Definition erklärt, warum laut KfW-Studie Gründerinnen in der Startup-Welt nach wie vor unterrepräsentiert sind. Denn bei nur 3 von 100 Existenzgründungen von Frauen sieht der Report diese Startup-Merkmale gegeben. Bei Männern sind es 9 von 100 Gründungen. Dementsprechend lag der Gründerinnen-Anteil im Startup-Bestand im Durchschnitt der Jahre 2016–2018 bei 19 Prozent, während der Anteil von Frauen an den Existenzgründungen in Deutschland im Durchschnitt dieser Jahre bei 39 Prozent lag. Das bedeutet, Frauen gründen weniger innovations- und wachstumsorientiert.

Als geeignete Maßnahmen, um diese Lücken zu schließen, sieht der Report eine Verankerung unternehmerischer Kenntnisse in der Schule und eine stärkere Ansprache von Frauen durch Beratungsangebote. Zudem
fordert er verstärkte Anstrengungen, um Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufe zu gewinnen.

Weniger Hürden und mehr Vorbilder

Auch die Chefvolkswirtin der KfW, Fritzi Köhler-Geib, sieht Handlungsbedarf:

„Der Startup-Szene in Deutschland fehlen die Frauen. Deutschland kann es sich aber nicht leisten, auf die von ihnen ausgehenden innovativen Impulse und wirtschaftliche Dynamik zu verzichten. Deshalb müssen die Anstrengungen, Frauen für technische und naturwissenschaftliche Berufswege zu gewinnen, intensiviert und Hemmnisse abgebaut werden. Zudem sollten ökonomische Kenntnisse und Kompetenzen bereits in der Schule vermittelt werden. Nicht zuletzt muss der Zugang von Gründerinnen zu Wagniskapital verbessert werden, was die gesamte Startup-Community positiv beeinflussen würde. Denn mehr erfolgreiche Vorbilder würden weitere Frauen ermutigen.“

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