Munich Startup
Govecs übernimmt Fahrraddienstleister Livecycle

Govecs übernimmt Fahrraddienstleister Livecycle

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

10. April 2020

3 Min. Lesezeit

Das Münchner Startup Livecycle musste zum Jahresbeginn aufgrund einer fehlenden Zwischenfinanzierung ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Nun gelang es dem Unternehmen — trotz der aktuellen Corona-Krise — eine Investorenlösung zu finden: Die Govecs Group, ein Hersteller von Elektrorollern, übernimmt den Geschäftsbetrieb des Fahrraddienstleisters im Rahmen eines Asset-Deals.

Livecycle bietet verschiedene Dienstleistungen rund um das Fahrrad: Neben Werkstätten, die das Startup in mehreren Städten betreibt, gibt es auch einen mobilen Service, mit dem sich RadlerInnen einen Fahrrad-Mechaniker nach Hause bestellen können. Dieses Angebot umfasst einen Plattenservice ebenso wie Inspektionen oder den Komplettaufbau neuer Räder. Daneben bietet Livecyle auch Dienstleistungen im B2B-Bereich wie Leasing-Lösungen und das Management von Fahrradflotten. Zudem ist das Startup Partner von Radhändlern und -marken wie Rose, Fahrrad.de, Sblocs und Jobrad.

Nach einer ersten Investitionsrunde durch einen Business Angel sowie dem Fahrrad-Großhändler Messingschlager konnte das Startup keine weiteren Investoren finden. Aufgrund dieser fehlenden Zwischenfinanzierung, die zu einem Liquiditätsengpass führte, hat Livecycle zum Jahresbeginn einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt.

Erfolgreiche Investorensuche

Der Fahrraddienstleister nutzte das Verfahrens, um sich neu aufzustellen und konnte den Investorenprozess nun erfolgreich abschließen. In den vergangenen Monaten unterstützten die Sanierungsexperten der Rechtsanwaltskanzlei Pluta die Geschäftsführung bei den Investorengesprächen sowie bei der Restrukturierung des Unternehmens. Zu den Maßnahmen zählten unter anderem Prozessoptimierungen sowie eine Neustrukturierung des Standort- und Vertriebskonzepts. Der Geschäftsbetrieb lief während des Verfahrens vollumfänglich weiter.

„Wir haben Gespräche mit mehreren interessierten Investoren geführt. Es freut mich sehr, dass unser zukunftsweisendes Mobilitätskonzept unter dem Dach von Govecs weitergeführt wird“,

sagt Andreas Schmidt, Geschäftsführer von Livecycle. Er wird auch künftig bei Govecs mit an Bord sein.

Wie Livecycle und Govecs zusammenpassen

Govecs entwickelt neue E-Roller-Modelle für unterschiedliche Anwendungsbereiche und Zielgruppen. Der Hauptfokus des Unternehmens mit Sitz in München liegt dabei auf Sharing-Plattformen sowie der Delivery-Branche. Zudem vertreibt das Unternehmen seine Elektroroller über eine eigene Plattform auch an Privatkunden. Livecycle kann hier nun helfen, das Service-Angebot auszuweiten.

„Wir freuen uns über den erfolgreichen Abschluss des Deals. Damit wollen wir mittelfristig das beste Servicenetzwerk in Deutschland für Elektroroller und Fahrräder aufbauen, sowohl stationär als auch mobil“,

begründet Thomas Grübel, CEO von Govecs, die Unternehmensentscheidung.

„Es ist außerdem ein positives Signal in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, wie wir sie aktuell erleben. Wir arbeiten weiter konsequent an Lösungen für die urbane Mobilität, denn das ist unsere besondere Stärke.“

Der Kaufvertrag mit Wirkung zum 1. April 2020 wurde bereits unterzeichnet. Über den Kaufpreis vereinbarten die Beteiligten Stillschweigen. Alle zuletzt 30 Beschäftigten werden vom Erwerber übernommen.

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