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Going Global: Warum sich innovative Startups die Schweiz ansehen sollten

Going Global: Warum sich innovative Startups die Schweiz ansehen sollten

Gastbeitrag von Sara Schneider-Hamaï

Gastbeitrag von Sara Schneider-Hamaï

<div class="entry-content"> <p>Sara Schneider-Hamaï ist Director Germany &amp; Benelux bei der Greater Geneva Bern area – Invest Western Switzerland. Sie lebt und arbeitet in Frankfurt. Für die Standortförderung begleitet sie deutsche Unternehmen beim Markteintritt in die Schweiz.</p> <p><strong>Über die Greater Geneva Bern area – Invest in Western Switzerland</strong></p> <p>Seit 2010 ist die <a href="https://www.ggba-switzerland.ch/de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Standortförderung Greater Geneva Bern area</a> für die Ansiedlung und Betreuung von internationalen Unternehmen für 6 Kantone der Westschweiz zuständig. Hauptziel der Standortförderung Westschweiz ist es internationale Unternehmen auf Ihrem Weg in die Schweiz zu begleiten, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft der Region zu unterstützen.</p> </div>

24. Februar 2021

5 Min. Lesezeit

Als Nachbarland bietet die Schweiz deutschen Unternehmen den Zugang zu innovativen Partnern und Führungskräften sowie interessanten Margen und loyalen Kunden. Aber die Schweiz ist noch viel mehr: Als dreisprachiges Land ist sie der ideale Testmarkt für Startups mit internationalen Ambitionen und bietet zudem einen direkten Zugang zu einer sehr aktiven VC-Szene. Vor allem für Startups aus dem Healthcare- und Medtech-Bereich sowie der IT-Branche ist das Nachbarland ein Muss.

Die Schweiz – ein ‚glokaler‘ Markt

Auch wenn die Schweiz aus deutscher Sicht viele Ähnlichkeiten mit dem hiesigen Markt hat, sollten deutsche Unternehmen ihren Markteintritt gut vorbereiten.

Startups, die ein B2B-Produkt haben, welches nicht einfach verkauft wird, sondern mit einer Beratungs-/Servicedienstleistung verknüpft ist, sollten sich relativ schnell überlegen, eine lokale Präsenz aufzubauen. Denn Schweizer Unternehmen arbeiten gerne auf partnerschaftlicher und lokaler Ebene. Ein kleines Team von Mitarbeitern, die des Schweizerdeutschen sowie Französischen mächtig sind, werden die Vertriebs- und Serviceaktivitäten stark vereinfachen und dem deutschen Unternehmen ermöglichen, schnell eine loyale Kundenbasis aufzubauen. Im Vergleich zu Deutschland lassen sich dafür dann auch höhere Margen erzielen.

Der sogenannte „Röstigraben“ ist dabei nicht zu unterschätzen. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Sprachgrenze, auch die Vertriebsstrategie, der Sales Cycle sowie die Gehälter können stark variieren. Auch wenn es vielen Klischees entspricht: in der Suisse romande wird der Knackpunkt – wie in Frankreich – das gemeinsame Mittagessen sein, in der Schwiz wird es zunächst formaler zugehen. Zweisprachige Kantone wie Bern oder Fribourg können hier ein idealer Kompromiss sein. Hier findet man zweisprachige Mitarbeiter, die die Gepflogenheiten der anderen Wirtschaftskultur kennen und sich ideal anpassen können.

Desweiteren bietet die Schweiz einen direkten Zugang zu internationalen Führungskräften und High Performern, die durch ein Studium an der ETH, EPFL, IMD oder der Uni St. Gallen auf die Schweiz aufmerksam geworden sind. Diese Vielfalt an Talenten hat dazu geführt, dass Technologiegiganten wie Hewlett-Packard Enterprise, Google, Logitech, IBM, Cisco und Kudelski die Schweiz als Drehscheibe für ihre F&E-Aktivitäten gewählt haben. Scaleups wie Scoutbee oder Commercetools aus Bayern haben ebenfalls strategische Führungskräfte in der Schweiz gefunden und einen Standort hierzulande eröffnet.

Für Unternehmen, die global agieren, ist die Schweiz durch ihre Neutralität, ihr attraktives Steuersystem sowie die vielen Freihandelsabkommen ebenfalls der ideale Standort um internationale Sales- oder Purchasing-Hubs aufzubauen.

Eine aktive Startup-Szene und VC-Landschaft

Die Schweiz ist eines der attraktivsten Länder der Welt, wenn es um den Zugang zu Venture Capital geht. Im Corona-Jahr 2020, wurden alleine in Schweizer Startups über 2 Milliarden CHF investiert. Biotech- und ICT-Unternehmen profitieren am meisten vom Zugang zu VCs im Alpenland. Mehr Informationen zum Thema VCs in der Schweiz liefert der ganz frische Swiss Venture Capital Report 2021, der von startupticker.ch und der SECA (Swiss Private Equity & Corporate Finance Association) jährlich veröffentlicht wird.

Das neueste Schweizer Unicorn kommt aus Lausanne. Nexthink, der Anbieter von Digital-Employee-Experience-Management-Software, hat Anfang Februar eine Series-D-Finanzierungsrunde in Höhe von 180 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Das Unternehmen kommt nun auf eine Bewertung von 1,1 Milliarden US-Dollar und will weiterwachsen.

Universitäten und Hochschulen als Startup Hub

Die meisten Schweizer Startups werden in den lokalen Universitäten gegründet. Diese setzen sich aktiv für den Technology Transfer zwischen F&E und Unternehmen ein. Die EPFL Lausanne hat dafür eigens einen Innovationspark ins Leben gerufen. Dort sind 135 Startups und 27 Corporates ansässig, darunter z.B. Cisco, Logitech oder Siemens. Zu den bekannten Ausgründungen gehören z.B. Mindmaze, das Schweizer Unicorn in Advanced Neuroscience; AC Immune, ein am Nasdaq gelistetes Biopharma-Unternehmen, dass auf die Behandlung von Alzheimer spezialisiert ist. Oder eben seit neuestem Nexthink.

Trust Valley & Health Valley: Zwei starke Cluster in der Schweiz

Dank ihrer politischen Neutralität und ihrer Position als Hightech-Standort ist die Schweiz der ideale Ort für Unternehmen die im Bereich Digital Trust operieren. Seit Ende 2020 wird in der Westschweiz aktiv die Förderung eines Clusters, des Trust Valley vorangetrieben. Mit Unternehmen wie ELCA, Cisco, SGS, Kudelski Security, Protonmail oder Wisekey sind bereits einige Unternehmen vor Ort aktiv. Im Bestreben, der digitalen Kriminalität entgegenzuwirken und ein sichereres und geschützteres globales Cyberspace aufzubauen, hat das Weltwirtschaftsforum ebenfalls in Genf ein globales Zentrum für Cybersicherheit eröffnet. Internationale Organisationen arbeiten mit dem Forschungsinstitut Idiap zusammen, das sich mit dem Thema biometrische Forschung und biometrische Tests international einen Namen gemacht hat.

Die Schweiz ist schon seit Langem ein attraktiver Standort für Pharma-, Biotech- und Medtech-Unternehmen. Das liegt unter anderem an der historischen Präsenz von Unternehmen wie Roche, Novartis und Lonza aber auch an zwei entscheidende Faktoren: die proaktive Steuerpolitik der Kantone bei F&E-Ausgaben sowie einem attraktiven Patentsystem. In der Schweiz werden hohe F&E-Ausgaben unterstützt und somit Innovationen gefördert. Dies führt zu interessanten Partnerschaften zwischen Pharmakonzernen und innovativen Biotechs. Organisationen wie das Cluster Bioalps oder das Swiss Biotech Center unterstützen solche Kooperationen aktiv. So wurde in der Westschweiz die Forschungs- und Produktionspartnerschaft zwischen der US-Biotech-Firma Moderna und dem Schweizer Riesen Lonza ins Leben gerufen. Heute produziert Lonza für Moderna den Corona-Impstoff in Visp, nur 30 Auto-Minuten von Zermatt und dem eindrucksvollen Matterhorn entfernt.

Lebensqualität – Stabilität und Natur

Schöne, vielfältige Landschaften, eine niedrige Kriminalitätsrate sowie ein ausgezeichnetes Gesundheitssystem und exzellente Bildungseinrichtungen machen die Schweiz zu einem hochattraktiven Land für internationale Führungskräfte. Auch für ihre erstklassigen Infrastrukturen ist die Schweiz weit über ihre Landesgrenzen hinaus bekannt.

Dies spiegelt sich auch in den weltweit bekannten „Quality of Life“ Indexen wieder. Im letzten Mercer Quality of Living Index waren alleine 3 Schweizer Städte im Top 10 vertreten: Zürich (#2), Genf (#9) und Basel (#10).

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