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Female Founders Monitor: Corona-Krise trifft Gründerinnen besonders hart

Female Founders Monitor: Corona-Krise trifft Gründerinnen besonders hart

Helen Duran

Helen Duran

Als Redakteurin ist die Wirtschaftsgeografin Helen Duran seit 2015 für Euch in der hiesigen Gründerszene unterwegs. Sie ist neugierig auf Eure spannenden Startup-Geschichten!

July 2, 2020

3 min. read time

Der aktuelle Female Founders Monitor zeigt, dass Gründerinnen von Startups die Corona-Krise und die damit einhergehenden Herausforderungen stärker spüren. Unter dem Brennglas der Krise wird das Problem der Vereinbarkeit von Unternehmen und Familie klar sichtbar. Über 60 Prozent der Gründerinnen mit Kind mussten ihre Arbeitszeit deutlich reduzieren. Fast siebzig Prozent der befragten Unternehmen sehen negative Auswirkungen der Pandemie auf ihren Betrieb. Dabei nennen die Geschäftsführerinnen zurückgehende Umsatz (66,3 Prozent), das Ausfallen von Veranstaltungen (62,5 Prozent) und verzögerte Aufträge (61,5 Prozent) als häufigste Ursachen.

Neben der ‚Corona-Blitzumfrage‘ ergab der vom Startup-Verband durchgeführte dritte “Female Founders Monitor”, dass Frauen im Startup-Ökosystem weiterhin unterrepräsentiert sind. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der Gründerinnen in Deutschland um 0,6 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent erhöht. Dazu sagt Brigitte Zypries, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie a.D.:

„Die Startup-Szene braucht vor allem eins: mehr Frauen! […] Im Startup-Bereich wiederholt sich damit, was wir von den Führungsetagen unserer großen Konzerne kennen — Frauen sind enorm unterrepräsentiert.

„Wir müssen uns von gesellschaftlichen Stereotypen lösen“

Problematisch ist insbesondere der sogenannte “gender bias” bezüglich der Finanzierungen. Nur 5,2 Prozent der von Frauen geführten Startups erhalten Finanzierungen von über einer Million Euro (männliche Teams: 27,8 Prozent). 56,7 Prozent der Female Founders nannten als möglichen Grund ihren schlechten Zugang zum Investmentsektor, bei Männerteams gaben dies nur 36,7 Prozent an. Den hohen Eintrittsbarrieren könnte unter anderem durch die Stärkung diverser Teams entgegengewirkt werden.

Gesa Miczaika, Vorstandsmitglied des Startup-Verbands, sagt:

„Wir müssen strukturelle Barrieren abbauen, die Netzwerke von Gründerinnen stärken und uns insgesamt von gesellschaftlichen Stereotypen lösen. Nur so können wir Frauen im Startup-Bereich entscheidend voranbringen und sie beim Aufbau erfolgreicher und zukunftsfähiger Unternehmen unterstützen. “

Fokus auf gesellschaftlich relevante Themen

Auch die Ausrichtung der Startups ist eine andere: Gründerinnen sind in der Informations- und Kommunikationstechnik nur schwach vertreten. Stattdessen spielen bei Female Founders auch in Startups übergeordnete gesellschaftliche Ziele eine wichtige Rolle. So engagieren sich weibliche Teams häufig im Gesundheitssektor — fast 17 Prozent der frauengeführten Startups sind in diesem Sektor tätig. Weitere Schwerpunkte liegen auf Lifestyle — insbesondere Konsumgüter und Mode — und Bildung.

Ebenfalls wichtig ist den Gründerinnen der Bereich Social Entrepreneurship und Green Economy. Frauen sind also ein elementarer Treiber medizinischer, sozialer und nachhaltiger Innovationen.


Den vollständigen „Female Founders Monitor“ ebenso wie die wichtigsten Ergebnisse der Corona-Blitzumfrage gibt es hier. Auch Interviews mit erfolgreichen Gründerinnen — wie beispielsweise Veronika Riederle von Demodesk oder Lisa Gradow von Usercentrics— findet Ihr in dem Report.

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