Die wichtigsten Investitionen des 1. Quartals 2023
Maximilian Feigl
Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.
155 Millionen Euro für Isar Aerospace: Das Münchner Spacetech-Startup sichert sich in einer Series-C-Finanzierungsrunde 155 Millionen Euro. Das frische Kapital soll unter anderem für den Ausbau der automatisierten Produktionskapazitäten genutzt werden. Mit seinen Trägerraketen will das Startup künftig kleine und mittlere Satelliten sowie Satellitenkonstellationen in die Erdumlaufbahn transportieren. Derzeit arbeiten nach Unternehmensangaben mehr als 300 MitarbeiterInnen auf den Erstflug der Trägerrakete ‚Spectrum‘ hin, der für die zweite Hälfte des Jahres 2023 von Andøya in Norwegen geplant ist. An der Series-C-Runde beteiligten sich Bayern Kapital mit dem Scaleup Fonds Bayern sowie 7-Industries Holding, Porsche, Earlybird Venture Capital, HV Capital, Lakestar, Lombard Odier, UVC und Vsquared Ventures. (Bild: Isar Aerospace)Lieferketten-Transparenz-Plattform sichert sich 100 Millionen Euro:Integritynext ermöglicht es Unternehmen, die Nachhaltigkeit ihrer Lieferketten zu verwalten und zu dokumentieren. Die Cloud-basierte Softwareplattform des Münchner Unternehmens wird bereits von mehr als 200 Kunden genutzt, darunter Siemens Gamesa, Infineon, SwissRe, Kion und Hilti. Über die Plattform werden beinahe eine Million Lieferanten in mehr als 190 Ländern überwacht. Zu den Partnern des Startups zählen Celonis, Coupa und SAP. EQT steckt nun über seinen Fonds EQT Growth 100 Millionen Euro in das Münchner Startup. (Bild: Integritynext)Tado schließt Series-H über 43 Millionen Euro ab: Seit seiner Gründung im Jahr 2011 entwickelt Tado smarte Thermostate und Lösungen, die seinen Kunden dabei helfen sollen, ihre Heizkosten zu senken – laut Unternehmensangeben um durchschnittlich 22 Prozent. In dieser Zeit konnte das Unternehmen auch einige Finanzierungsrunden abschließen, zu der nun eine weitere hinzukommt. Die 43 Millionen Euro starke Series-H wird von Trill Impact Ventures, Bayern Kapital, Kiko Ventures und Swisscanto als neue Investoren getragen. Noventic, Target Partners sowie weitere bestehende Investoren geben ebenfalls erneut Geld. Die Finanzierungsrunde folgt zudem auf den Börsengang von Tado, der Anfang 2022 via SPAC erfolgte. (Bild: Tado)The Exploration Company sammelt 40,5 Millionen Euro ein: Nyx – so der Name der von The Exploration Company entwickelten Raumkapsel – soll in Zukunft Fracht und schließlich auch Menschen in den Weltraum befördern, um Raumstationen zu versorgen und Langstreckenforschungsmissionen durchzuführen. Das Raumfahrzeug soll mehrfach wiederverwendet und in der Umlaufbahn aufgetankt werden können. Außerdem wird Nyx unabhängig von Trägerraketen entwickelt, so dass die Raumkapsel mit verschiedenen Raketen gestartet werden kann. In seiner Series-A sammelt das Unternehmen mit Sitz in Weßling und Merignac bei Bordeaux nun 40,5 Millionen Euro ein. Die Runde wird von EQT Ventures und Red River West angeführt. Neue und bestehende Investoren wie Promus Ventures, Cherry Ventures, Vsquared, Omnes Capital, July Fund, Partech, Habert Dassault Finance, Schlumberger, WMA, Possible Ventures, Rymdkapital und Sista Fund beteiligen sich ebenfalls. (Bild: The Exploration Company)Foodji bekommt 21,4 Millionen Euro in Series-A: Das Food-Tech Unternehmen Foodji aus München hat seine Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 21,4 Millionen Euro (23 Millionen Dollar) abgeschlossen. Das Startup betreibt Essensautomaten, die frisches und gesundes Essen anbieten. Dabei konzentriert es sich auf Standorte wie Büros, Universitäten und Krankenhäuser, aber auch auf Reisen im Hotel oder am Flughafen sowie in der Produktion sind die Münchner vertreten. Die KundInnen können die gewünschten Produkte direkt am Automaten per Touchscreen kaufen oder auch per App bis zu 12 Stunden im Voraus reservieren und bezahlen. Mit dem frisch eingesammelten Kapital will das Startup in das eigene Team investieren und vor allem seine Technologie weiterentwickeln. Movendo Capital und DLF Venture führen die Finanzierungsrunde an, Triple Point Capital, Kraut Capital und der Bestandsinvestor Foodlabs investieren ebenfalls. (Bild: Foodji)Hawk AI schließt Series-B über 15,6 Millionen Euro ab: Das Software-Startup Hawk AI entwickelt Lösungen, die Banken, Bezahldienstleistern und Fintechs beim Kampf gegen Geldwäsche, Betrug und Terrorismusfinanzierung unterstützen. Hierzu nutzt die Anti Money Laundering (AML) Software des Startups künstliche Intelligenz, um Muster verdächtiger Aktivitäten in Finanztransaktionen zu identifizieren. So versorgt Hawk AI Anti-Geldwäsche-Experten mit hochrelevanten, umsetzbaren Warnungen. Auf diese Weise soll die Lösung die Falsch-Positiv-Rate im Vergleich zu herkömmlichen Herangehensweisen um über 70 Prozent reduzieren. Nun konnten die Münchner 15,6 Millionen Euro (17 Millionen Dollar) in ihrer Series-B-Finanzierungsrunde einsammeln. Die Runde wird von Sands Capital angeführt, zudem beteiligen sich DN Capital und Coalition als neue Investoren. Die Bestandsinvestoren Blackfin Capital Partners und Picus Capital sind ebenfalls wieder mit an Bord. (Bild: Freepik)Nestlé steigt bei Yfood ein: Yfood bietet Trinkmahlzeiten aus der Flasche. Nun hat sich das Münchner Startup Nestlé als Investor gesichert – der Nahrungsmittelriese erwirbt eine Minderheitsbeteiligung. Die Gründer und Geschäftsführer Noel Bollmann und Benjamin Kremer sollen auch nach dem Deal weiterhin die Mehrheit der Unternehmensanteile halten. Die Genehmigung der Aufsichtsbehörden steht wohl noch aus. Details zur Höhe des Investments sind nicht bekannt. Yfood hat im vergangenen Jahr rund 120 Millionen Euro umgesetzt – doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Aktuell werden die Flüssigmahlzeiten der Münchner in über 30 Ländern und an 28.000 Verkaufsstellen angeboten. Neben Deutschland ist Yfood in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien im Einzelhandel vertreten. Zusätzlich zur Münchner Zentrale entstehen Büros in London, Amsterdam und Paris. Das Unternehmen beschäftigt rund 200 MitarbeiterInnen und verfügt nach eigenen Angaben über eine Million KundInnen. (Bild: Yfood)
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