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Agtech: Münchner Startups aus der Agrarwirtschaft

Agtech: Münchner Startups aus der Agrarwirtschaft

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

March 16, 2022

3 min. read time

Agrando
Agrando ist eines der Aushängeschilder in der Agtech-Branche. Das Startup hat eine Handelsplattform entwickelt, mit der LandwirtInnen Produkte wie Saatgut, Dünger oder Futtermittel bei HändlerInnen anfragen, Angebote vergleichen und Aufträge zentral dokumentieren können. Das beste Angebot kann dann über die Plattform per Klick beauftragt werden. Im Interview mit Munich Startup erklärt Gründer Jonathan Bernwieser, wie seine Lösung genau funktioniert. Mit dieser konnte er bislang nicht nur NutzerInnen überzeugen, sondern auch Kapital einsammeln. In einer Series-A-Runde waren es zuletzt 12 Millionen Euro. Mit dem Invest will das Jungunternehmen mit Sitz im Münchner Technologiezentrum (MTZ) unter anderem seine Internationalisierung und Skalierung voranbringen. (Foto: Agrando)
Orbem
Seit Januar 2022 darf in Deutschland kein Eintagsküken mehr wegen seines Geschlechts getötet werden. Oder anders ausgedrückt: Männliche Küken, für die es in der Eier-Industrie keine Verwendung gibt, dürfen nicht mehr geschreddert werden. Damit diese gar nicht erst ausgebrütet werden bringt das Münchner Startup Orbem Bildgebungstechnologien wie die Magnetresonanztomographie (MRT) mit künstlicher Intelligenz zusammen. Mit seinem ‚Orbem Genus‘ können Hühnereier klassifiziert werden, bevor Küken überhaupt schlüpfen. Nicht nur die teure Hardware machte Orbem zu Beginn zu schaffen, sondern auch die Geflügelindustrie, die technologischen Innovationen nicht immer aufgeschlossen begegnet, wie uns die GründerInnen im Interview verraten. (Foto: Orbem)
Farminsect
Auf den Bereich Futtermittel fokussiert sich Farminsect. Das Startup hat eine automatisierte Maschinenanlage entwickelt, mit deren Hilfe LandwirtInnen selbst Futterinsekten züchten können. Dabei nutzt das System Erntereste oder Überbleibsel aus der Lebensmittelproduktion. Auf diese Weise können die LandwirtInnen selbst Proteinfutter herstellen anstatt auf importiertes Soja oder Fischmehl zurückgreifen zu müssen. Mit diesem Ansatz soll die Tierhaltung nachhaltiger und effizienter werden. In einer Seed-Finanzierungsrunde konnte sich Farminsect im August 2021 ein siebenstelliges Investment sichern, mit dem das Unternehmen einen neuen Standort für die Insekten-Produktion aufbauen und weitere Mastanlagen bei LandwirtInnen in Betrieb nehmen will. Angeführt wurde die Seed-Runde von High-Tech Gründerfonds und Bayern Kapital. (Foto: Farminsect)
agrilution GmbH
Das Thema von Agrilution ist Vertical Farming. Durch den ‚Plantcube‘ des Münchner Startups soll es KundInnen ermöglicht werden, aus Saatmatten Gemüse, Salat und Kräuter in der eigenen Küche zu ziehen. Das funktioniert, da die vollautomatisierten Gewächsschränke in Größe eines Kühlschranks ein geschlossenes Ökosystem mit Saatmatten, Licht, Klima und automatisierter Bewässerung bieten. Das System wird über eine eigene Cloudplattform gesteuert: Eine App informiert über den Wachstumsprozess und gibt Hinweise zu Wartung und Ernte. Ende 2019 musste Agrilution Insolvenz anmelden, wurde aber Anfang des darauffolgenden Jahres von Miele übernommen. Interessierte können den ‚Plantcube‘ für knapp 2.000 Euro kaufen.
Nearbees bringt lokale BienenhalterInnen und EndverbraucherInnen mit seiner Online-Plattform zusammen. Dort können die VerbraucherInnen nach lokalem Honig von registrierten ImkerInnen suchen und ihn sich per Post nach Hause liefern lassen. Die Plattform will damit nicht nur den BienenhalterInnen – die die Imkerei meist nur als Hobby betreiben – bei der Vermarktung ihrer Produkte helfen, sondern auch einen Beitrag gegen das Bienensterben leisten. Mit diesem Ansatz konnte das Münchner Startup 2017 auch den Social Venture Capital Fonds BonVenture überzeugen, der einen sechsstelligen Betrag investierte. (Foto: obs⁄Messe Berlin GmbH ⁄ Volkmar Otto)
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