Munich Startup
Digitale Mitarbeiterbenefits mit Steuervorteilen: 7 Fragen an… SPENDIT!

Digitale Mitarbeiterbenefits mit Steuervorteilen: 7 Fragen an… SPENDIT!

Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

27. Mai 2016

4 Min. Lesezeit

Sieben Fragen, sieben Antworten. Munich Startup im Gespräch mit den Gründern von SPENDIT.

1. Wer seid Ihr und was macht Ihr? Stellt Euch und Euer Produkt bitte kurz vor!

Wir sind Florian Gottschaller und Dr. Ralph Meyer, beide Jahrgang ´74. Wir haben uns über unser Münchner Netzwerk kennengelernt, weil wir beide gerne etwas bewegen wollten. Als Investment Banker und Unternehmensberater haben wir einige Ideen überprüft und wieder fallen lassen, bis wir auf Urteile des Bundesfinanzhofs aufmerksam wurden, die steuerfreie Sachzuwendungen auch in Form einer Prepaid Kreditkarte zuließen. Daraus entstand Spendit und die Spendit MasterCard, einer Art Universalgutschein für steuerfreie oder steuerbegünstigte Sachzuwendungen für Mitarbeiter.

SPENDIT_Florian_Gottschaller
Spendit-Gründer Florian Gottschaller

Diese Karte ersetzt zum Beispiel Tankgutscheine oder Jobtickets. So können Unternehmen ihren Angestellten bis zu 960 Euro steuerfrei und 11.000 Euro pauschalversteuert pro Jahr zukommen lassen. Da alles digital abläuft, haben die Unternehmen nur einen minimalen administrativen Aufwand und die Mitarbeiter können ihr Geld an über 36 Millionen Akzeptanzstellen weltweit ausgeben – natürlich auch online. Da die Spendit MasterCard im Aktionsfeld zwischen Unternehmen und Mitarbeiter zum Einsatz kommt, ist sie sehr vielschichtig. Employer Branding spielt da ebenso eine wichtige Rolle, wie die Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen von Mitarbeitern. Auch Praktikantengehälter können durch die verschiedenen Module der Spendit MasterCard um einiges besser ausfallen.

2. Aber das gibt’s doch schon längst!

Ja, aber nur in Papierform und verbunden mit einem großen, administrativen Aufwand. Wir sind vollkommen digital, flexibel und nicht an irgendwelche Systempartner für die Einlösung der Gutscheine gebunden. Zudem haben wir Service-Plattformen entwickelt, die den Unternehmen alles Organisatorische abnehmen — das gibt es in dieser Form so noch nicht — wir nennen das digitale Mitarbeiter-Benefits.

3. Was war Eure bisher größte Herausforderung?

Das war einerseits der Vertrieb. Hierfür die richtigen Leute zu finden und die optimalen Strukturen zu bilden war nicht leicht. Andererseits war es nicht immer einfach, die Finanzbehörden von unseren Ideen zu überzeugen. Aber mit Hilfe der richtigen Experten und der Unterstützung durch das bayerische Wirtschaftsministerium ist es uns gelungen, dass wir unseren Kunden mit gutem Gewissen sagen können, dass all unsere Produkte 100 Prozent steuerkonform sind.

SPENDIT_Logo


4. Butter bei die Fische: Wie läuft das Geschäft?

Sehr gut, wir können uns nicht beklagen. Die Spendit MasterCard ist schon nach 18 Monaten in der Gewinnzone gelandet. Unser Team wächst und wir arbeiten zurzeit an einem weiteren Produkt, bei dem Arbeitgeber mit Hilfe einer App ihre Mitarbeiter beim Mittagessen mit bis zu 6,20 Euro pro Tag steuerfrei unterstützen können – die größte Kantine der Welt so zu sagen. Inzwischen vertrauen uns über 450 Unternehmen aus Deutschland und Österreich. Die weitere Finanzierung steht auch. Wir haben Investoren gefunden, die unsere Ideen so gut fanden, dass sie sich allesamt mit ihrem Privatvermögen eingebracht haben. Darauf sind wir sehr stolz.

5. Was bedeutet München für Euch?

München ist unsere Heimat: Florian ist echter Münchner und Ralph schon seit sehr langer Zeit hier zuhause. Wir kennen den Standort sehr gut und wissen die guten Rahmenbedingungen sehr zu schätzen. Dazu zählen die sehr gute Infrastruktur, gut ausgebildete Mitarbeiter durch die Münchner Universitäten und Hochschulen, sowie die vielen potenziellen Kunden, die der Wirtschaftsstandort München beziehungsweise Bayern zu bieten hat. Zudem wurde Spendit als junges Unternehmen auch seitens der Behörden und offiziellen Stellen immer professionell behandelt und unterstützt. Für uns stand daher von Anfang an fest: Wenn wir es in München nicht schaffen, dann schaffen wir es nirgendwo.

6. Wie wird Euer Startup zum nächsten Unicorn? Oder sehen wir uns bald auf der Epic Fail Night?

Wir sind im März 2014 gestartet und seitdem geht es immer aufwärts. Wir sind also guter Dinge, dass es uns in ein paar Jahren auch noch gibt. Zudem glauben wir, dass wir mit unserem zweiten Produkt, der Lunchit App, für viele Unternehmen noch interessanter werden. Darüber hinaus gibt es noch weitere Märkte zu erschließen. Motto: Immer dran bleiben.

7. Bayern oder ’60?

Eher Bayern – aber noch lieber Boris Becker. Wir spielen beide sehr gerne Tennis.

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