Munich Startup
5 Münchner Startups für die Industrie 4.0

5 Münchner Startups für die Industrie 4.0

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

August 22, 2023

4 min. read time

Roundpeg Technologies
Einen besonderen Roboter für die Industrie 4.0 entwickelt Roundpeg Technologies. Dieser soll Menschen in seinem Umfeld erkennen, wodurch das Startup Unfällen auch bei einer hohen Arbeitsgeschwindigkeit aktiv vorbeugen will. Die Gründer Oliver Krieg und Etienne Eichstaedt wollen mit ihrer Erfindung die Produktion revolutionieren und die Kosten für den Einsatz automatisierter Lösungen am Fließband drastisch reduzieren. Im Interview mit Munich Startup erklärt Oliver Krieg: „Wir brauchen keinen Zaun, denn unser Roboter erkennt die Menschen und gefährdet sie nicht. Dadurch ist es viel einfacher, Aufgaben im Betrieb weiter zu automatisieren und neue Fertigungskonzepte darzustellen, die wesentlich flexibler sind und dabei auch viel besser skalieren.“ (Bild. Roundpeg Technologies)
Sewts
Gerade erst eine frische Finanzierung abgeschlossen hat Sewts. Das Startup, 2019 von den ehemaligen Maschinenbau-Studenten Alexander Bley, Tim Doerks und Till Rickert gegründet, arbeitet an Technologien zur automatisierten Verarbeitung von verformbaren Materialien, wie beispielsweise Textilien oder Folien. Diese waren aufgrund ihrer komplexen Materialeigenschaften bisher von Fortschritten der Automatisierungstechnik ausgenommen. Dafür hat das Münchner Robotik-Startup eine Steuerungs- und Bildverarbeitungssoftware entwickelt, welche es Robotern ermöglicht, das Verhalten von forminstabilen Materialien beim Greifen auf Grundlage von intelligenten Algorithmen in Echtzeit vorherzusagen und darauf präzise zu reagieren. Ende 2022 feierte Sewts mit seinem serienreifen Produkt Velum – einer Robotereinheit, die für industrielle Großwäschereien bestimmt ist – erfolgreich seinen Markteintritt. Perspektivisch soll die Technologie des Startups weitere manuelle Tätigkeiten wie das Nähen oder die Verlegung von Kabelbäumen automatisieren. Nach einer Pre-Seed-Runde 2019 und einer Seed-Runde 2021 hat sich das Münchner Unternehmen nun über sieben Millionen Euro in seiner Series-A gesichert. (Bild: Sewts)
Xentara Embedded Ocean Industrie 4.0
Embedded Ocean: Das Anfang 2020 gegründete Münchner Startup hat mit Xentara eine Lösung für Maschinenkommunikation in Echtzeit entwickelt. Mit ihr sollen alle von einem produzierenden Unternehmen eingesetzten Bestandssysteme und -protokolle miteinander verbunden und mit neuen Technologien und Standards ergänzt werden können. Die Plattform bietet Unternehmen damit einen einfachen Einstieg in datengetriebene Produktionsprozesse – beginnend mit einzelnen smarten Maschinen bis hin zur finalen Vision der Industrie 4.0, der selbst optimierenden „Smart Factory“. Zur finanziellen Unterstützung hat sich Embedded Ocean das chinesische Unternehmen Justech Precision Industry an Bord geholt. Der Konzern hat im Jahr 2020 eine sechsstellige Summe investiert. (Bild: Embedded Ocean)
Nebumind Analyseplattform
Im Bereich der optimierten und neuen Prozesse für die Industrie 4.0 bewegt sich Nebumind. Das Startup entwickelt eine Software, die die Qualität von Bauteilen durch die gesamte Fertigung hindurch überwacht. Dazu sammelt die Software alle Produktionsdaten, die sie von Maschinen und Sensoren während der Fertigung eines Bauteils bekommen kann. Daraus macht sie „digitale Bauteilzwillinge“, die der Werker sich am Laptop anschauen kann. So können Produktionsfehler leichter zurückverfolgt und auch die Produktion einfacher optimiert werden. Gegründet wurde das Unternehmen 2019 von Caroline Albert und Franz Engel, zu seinen Unterstützern zählen unter anderem der ESA BIC Bavaria und die SMEs Executive Agency des Europäischen Innovationsrats (EIC). (Bild: Nebumind)
Blackwave GmbH
Blackwave: Seit 2016 versorgt das Münchner Startup den Fahrzeugbau und die Luft- und Raumfahrt mit Bauteilen. Hierbei nutzt Blackwave ein aus den 1960ern bekanntes Verfahren, allerdings mit modernsten Materialien – Carbon. Die Komponenten zeichnen sich durch ein geringes Gewicht sowie hohe Stabilität aus. Der Prozess gilt als hochautomatisiert und kosteneffizient, denn er verursacht fast keine Produktionsabfälle. Zu den Kunden von Blackwave zählen namhafte Konzerne wie etwa Airbus, Porsche, Webasto und die ESA. Aber auch Münchner Startups wie Isar Aerospace, Vectoflow und Fazua setzen auf die Technologie. Im vergangenen Jahr schloss das Startup seine letzte Finanzierungsrunde ab und sammelte vier Millionen Euro ein. Zu den Investoren gehören unter anderem Ann-Kristin und Paul Achleitner sowie Alpine Space Ventures. (Bild: Blackwave)

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