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Modelwise:  „Rechtschreibprüfung, nur für Ingenieursmodelle“

Modelwise: „Rechtschreibprüfung, nur für Ingenieursmodelle“

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

September 25, 2020

3 min. read time

Munich Startup: Wer seid Ihr und was macht Ihr bei Modelwise? Stellt Euch bitte kurz vor!

Modelwise: Wir sind Arnold (25), Florian (35) und Iliya (31). Gemeinsam sind wir die Gründer von Modelwise und verfolgen das Ziel Sicherheitsanalysen jedem Ingenieur zugänglich zu machen.

Kennengelernt haben wir uns an der Forschungsgruppe MQM der TUM, an der Florian seit 2013 promoviert. Als Iliya im Januar 2018 vorgeschlagen hat ein Startup auf Basis der Technologie zu gründen, waren alle sofort an Bord. Seit Juni 2019 sind wir mit unserer Idee, Sicherheitsanalysen zu automatisieren, mit dem Exist-Forschungstransfer gefördert. Die Software kann man sich wie die Rechtschreibprüfung bei Texten vorstellen – nur für Ingenieursmodelle.

Unser Team ist breit aufgestellt. Florian bringt Ingenieurs- und Managementkenntnisse mit, Iliya ist erfahren in der Software-Entwicklung, und Arnolds Stärken liegen im Kaufmännischen.

Munich Startup: Welches Problem löst Euer Startup?

Modelwise: Den Nachweis der (funktionalen) Sicherheit bei mechatronischen Produkten. Als Hersteller von z.B. Flugzeugen muss bei Zertifizierungsinstitutionen ein Nachweis vorgelegt werden, dass das Produkt sicher funktioniert – auch im Falle eines Teildefekts. Die Anzahl an zu prüfenden Teildefekten kann dabei immens sein und die Prüfung Monate dauern.

„Die meisten Unternehmen machen lieber Sicherheitsanalysen auf dem Papier“

Munich Startup: Aber das gibt’s doch schon längst!

Modelwise: Aber nicht in den Unternehmensprozess integriert. Es gibt nur Stand-alone-Insellösungen, die einen hohen Overhead produzieren. Deshalb ist die Verbreitung von Software so gering, die meisten Unternehmen scheuen Schulungen und machen lieber Sicherheitsanalysen auf dem Papier.

Munich Startup: Was waren bisher Eure drei größten Herausforderungen?

Modelwise: Unsere größte Herausforderung ist immer wieder, das Problem und die Lösung Zuhörern zu erklären, denn Funktionale Sicherheit ist ein sehr unbekanntes und technisches Thema. Bildsprache funktioniert dabei immer wieder erstaunlich gut. Aber auch die Teamarbeit bei so unterschiedlichen Hintergründen fordert uns immer wieder. Es ist also wichtig sich zu reflektieren und gemeinsam Lösungen zu finden. Und zuletzt natürlich Corona, und der damit einhergehende Lockdown.

Munich Startup: Wo möchtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in fünf Jahren?

Modelwise: Nächstes Jahr sollen mindestens 50 Ingenieure in Deutschland unsere Software nutzen und sich dadurch Zeit und Nerven sparen. In 5 Jahren ist die Software weltweit erhältlich, auch für Medizintechnik, und die Luft- und Raumfahrtindustrie.

Munich Startup: Wie schätzt Ihr den Startup-Standort München ein?

Modelwise: Sehr gut, es sind viele Teams unterwegs. Netzwerke ermöglichen einem Austausch mit anderen Gründern und Investoren. Durch die Hochschulen gibt es auch genug Talente, um die Ideen zu verwirklichen.

Munich Startup: Skype oder persönlich?

Modelwise: Im Moment Skype. Sonst was auch immer klappt, Hauptsache da.

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