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InsurTech-Startups arbeiten häufig am Markt vorbei

InsurTech-Startups arbeiten häufig am Markt vorbei

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

May 24, 2017

2 min. read time

Nach einem ersten InsurTech-Hype stellt eine aktuelle Studie die Branche auf den Prüfstand: Eine zweite Welle von InsurTech-Startups müsse gezielt Marktsegmente mit hohem Potenzial angreifen. Dafür brauche es mehr Fachwissen als zuvor.

Mehr als 1.000 InsurTech-Startups hat eine Studie von Oliver Wyman und Policen Direkt identifiziert. Die Autoren untersuchten das Potenzial der einzelnen Segmente des Versicherungsmarkts und verglichen es mit der Aktivität der InsurTechs. Nikolai Dördrechter, Geschäftsführer von Policen Direkt und Co-Autor der Studie, sagt:

„Kaum jemand unterschätzt die InsurTechs heute noch. Die interessantere Frage: Wo überschätzen sie sich selbst?“

InsurTechs brauchen mehr Branchenwissen

Dietmar Kottmann, Insurance-Partner bei Oliver Wyman, ist der Ansicht, viele europäische Versicherungsstartups würden am Markt vorbei arbeiten:

„Besonders stark sind europäische InsurTechs beim Angebot von situativen und Community-basierten Produkten – dabei sind beide Felder nicht sonderlich gewinnträchtig.“

Insbesondere die Geschäftsfelder Angebot und Vertrieb seien überbesetzt. Dies hat wohl auch mit einem weiteren Ergebnis der Studie zu tun:

„In der heutigen ersten Welle traten auch Startups an, die kaum über Branchenwissen verfügten“,

sagt Kottmann. Und diese fachfremden Gründungen konzentrierten sich auf Bereiche, die sie aus anderen Branchen, etwa dem E-Commerce, bereits kannten. Dördrechter prophezeit:

„Eine zweite Welle erheblich besser aufgestellter InsurTechs wird kommen – mit mehr Branchenwissen und intelligenteren Ansätzen.“

Chancen liegen in der Nische

Er rechnet damit, dass gerade europäische InsurTechs in vorhandene Lücken stoßen werden und sieht die Investoren in der Pflicht:

„Es wird spannend zu beobachten sein, wie sie auf die ersten Ausfälle reagieren. Und inwieweit sie bereit sind, die bevorstehenden teureren Finanzierungsrunden mitzugehen.“

Attraktive Chancen sieht Co-Autor Kottmann bei Startups, die den Betrieb digitalisieren. Das betrifft Technologien, die den Vertrieb unterstützen, die Schadensabwicklung erleichtern und versicherungstechnische Kernprozesse optimieren.

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