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Hochsprung-Konferenz: Wie steht es um die Fehlerkultur?

Hochsprung-Konferenz: Wie steht es um die Fehlerkultur?

Regina Bruckschlögl

Regina Bruckschlögl

Nach eigenen Startup-Erfahrungen blickt sie als Redakteurin von Munich Startup nun aus einer anderen Perspektive auf die Münchner Startup-Szene – und entdeckt dabei jeden Tag, wie vielfältig das Münchner Ökosystem ist. Startup Stories, die erzählt werden wollen!

June 4, 2016

2 min. read time

Fehler passieren – und dann? Mit einer modernen Fehlerkultur in Startups, Unternehmen und Organisationen beschäftigte sich die Hochsprung-Konferenz 2016, eine Fachtagung zur Gründungsentwicklung an Hochschulen in Bayern.

Was ist eine moderne Fehlerkultur? Und wie schafft man eine solche in Unternehmen, Startups und Organisationen? — Um sich dem Thema Fehlerkultur anzunähern, leitete Prof. Dr. em. Theo Wehner die Konferenz im Entrepreneurship Center Garching zunächst mit einer genaueren Betrachtung des Begriffs „Fehler“ ein. Denn nicht alles, was man umgangssprachlich als „Fehler“ bezeichnet, muss gleich einer sein. Hier bedarf es einer genauen Unterscheidung: Handelt es sich tatsächlich um einen echten Fehler oder haben äußere Umstände dazu beigetragen, dass überhaupt nicht richtig gehandelt werden konnte?

Angst vor Fehlern stoppt Innovationen

Etwas konkreter wurde es in den anschließenden Impulsvorträgen. So stellte Prof. Dr. Kuckertz von der Universität Hohenheim beispielsweise fest, dass eine Fehlerkultur in einem Unternehmen kein Selbstzweck ist, sondern dazu beiträgt, dass Mitarbeiter sich auch trauen, neue Wege auszuprobieren. Die Angst vor Fehlern kann dagegen dazu beitragen, Innovationen zu stoppen. Es gilt vielmehr, Ursachen für Fehler zu erkennen und dieses Wissen zu nutzen.

Dass Fehlerkultur allerdings nicht gleich Fehlerkultur ist, macht Dr. Nils Löber  deutlich. Löber, der im Bereich Qualitäts- und Risikomanagement der Charité in Berlin tätig ist,  verwies in seinem Impulsvortrag „Ich sehe was, was Du nicht siehst! — Umgang mit Fehlern im Gesundheitswesen“ darauf, dass Fehler in Startups zu neuen Impulsen beitragen, im Gesundheitswesen aber tödlich sein können. Trotz allem muss auch hier eine Fehlerkultur entwickelt werden. Mit dem Ziel, möglichst viele Fehlerquellen zu eruieren und zu eliminieren.

Auch Jun.-Prof. Dr. Kathrin Rosig von der Universität Kassel stellte in ihrem Vortrag noch einmal Fehler als Chance für unternehmerisches Handeln jedes Einzelnen dar.

Nach der Theorie kommt die Praxis

Nachdem die Konferenz-Teilnehmer am Vormittag  viel über Fehlerkultur gehört hatten, durften sie sich am Nachmittag in Workshops und Knowledge-Cafés aktiv zu bestimmten Themen austauschen.

Besonders interessant für den Bereich Startup: Das Knowledge-Café zum Thema „Fehlerkultur dank Crowdfunding“ unter der Leitung von Markus Sauerhammer von der Crowdfunding-Plattform Startnext. Hier wurde der Frage nachgegangen, warum Crowdfunding Fehler im Gründungsprozess „entschärfen“ kann und dadurch zum Aufbau einer Fehlerkultur beiträgt.

Abschließend waren sich alle Teilnehmer einig, dass es sicherlich kein Fehler war, die diesjährige Hochsprung-Konferenz zu besuchen.

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