Munich Startup
Hightech in Deutschland: München vorne mit dabei

Hightech in Deutschland: München vorne mit dabei

Florian Deglmann

Florian Deglmann

Der Exil-Nürnberger erforschte bis April 2019 als Redakteur die Münchner Startup-Szene.

September 26, 2017

3 min. read time

Die Creditreform Wirtschaftsforschung hat eine Analyse aller gut 400 kreisfreien Städte und Landkreise in Deutschland hinsichtlich Hightech-Gründungen durchgeführt. Dabei haben anteilsmäßig die Städte Jena, Karlsruhe und Darmstadt die Nase vorn. In dem Fünfjahreszeitraum 2012 bis 2016 lag der Anteil von Hightech-Unternehmen an allen Gründungen in Jena bei 16,3 Prozent, in Karlsruhe bei 13,4 Prozent und in Darmstadt bei 13,3 Prozent. Wenn man die reine Anzahl an Hightech-Gründungen betrachtet, liegt München gemeinsam mit Berlin weit vorn.

Der Hightech-Sektor wurde für diese Analyse gebildet aus den forschungsintensiven Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes wie beispielsweise optische, pharmazeutische und elektronische Industriezweige sowie den technologieorientierten Dienstleistungen (u. a. Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung).

Hochschulen sind ausschlaggebend

Gute Bedingungen für Hightech-Gründungen gibt es zumeist in Städten mit einschlägigen Hochschulen und wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen, einem wachsenden Potenzial an Erwerbspersonen und bereits bestehenden Branchenclustern. Unter den kreisfreien Städten und Landkreisen mit dem höchsten Anteil an Hightech-Gründungen befinden sich entsprechend auch Städte wie Dresden, München und Stuttgart. Am geringsten war der Anteil von Hightech-Gründungen im Kyffhäuserkreis (1,8 Prozent), in der Stadt Frankenthal/Pfalz (2,2 Prozent) und im Landkreis Bernkastell-Wittlich (2,8 Prozent).

In absoluten Zahlen wurden im Betrachtungszeitraum 2012 bis 2016 in Jena 129 Gründungen in Hightech-Branchen registriert, in Karlsruhe 495 und in Darmstadt 239. Zahlenmäßig die meisten Gründungen von Hightech-Unternehmen gab es in Berlin (5.265), gefolgt von München (3.101).

Gründungsgeschehen muss nicht starr sein

Zwar verbleiben gründungsschwache bzw. gründungsstarke Regionen häufig auch längerfristig in diesem Zustand, gleichwohl ist das Gründungsgeschehen in einer Region nicht starr und unveränderlich, sondern unterliegt Entwicklungen und bietet somit Gestaltungsspielraum für die Wirtschaftspolitik. So erhöhte sich der Anteil der Hightech-Gründungen im Vergleich zum Fünfjahreszeitraum 2007 bis 2011 in der Stadt Kaufbeuren deutlich von 5,3 auf 11,2 Prozent. Deutlich mehr Hightech im Gründungsgeschehen als noch in der Vorperiode war auch in der Stadt Schwabach (plus 4,4 Prozentpunkte) sowie im Landkreis Deggendorf (plus 4,2 Prozentpunkte) festzustellen. Zu den „Absteigern“ zählen hingegen der Kyffhäuserkreis und der Odenwaldkreis sowie die Städte Amberg und Frankenthal (Pfalz), wo sich die Hightech-Gründungsquote weiter verringerte.

Neue Teilung Deutschlands?

In den südlichen Bundesländern Deutschlands war die Hightech-Quote am Gründungsgeschehen in den Jahren 2012 bis 2016 mit 7,7 Prozent nahezu einen ganzen Prozentpunkt höher als die in den nördlichen Ländern (6,8 Prozent). Deutschlandweit wurden allein im Jahr 2016 11.311 Hightech-Unternehmen gegründet. Im Vergleich zum Vorjahr (2015: 11.625) verringerte sich die Zahl der Hightech-Gründungen leicht. Hightech-Unternehmen hatten im Jahr 2016 einen Anteil von 7,1 Prozent an allen wirtschaftsaktiven Unternehmensgründungen in Deutschland (159.321). Die meisten Hightech-Gründungen gab es in Deutschland im Jahr 2000 (21.719). Der Anteil von Hightech-Unternehmen am gesamten Gründungsgeschehen erreichte damals 8,5 Prozent.

Die komplette Analyse online.

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