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Deutsche Startups sammeln weniger Geld ein

Deutsche Startups sammeln weniger Geld ein

Simon Tischer

Simon Tischer

Von Dezember 2015 bis Juni 2023 war Simon Tischer als Redakteur für Munich Startup tätig.

January 18, 2023

2 min. read time

Steigende Zinsen, sinkende Bewertungen und zurückhaltende Investoren – die Rahmenbedingungen für Startups waren 2022 nicht gerade rosig. In Zahlen ausgedrückt haben deutsche Jungunternehmen im vergangenen Jahr 9,9 Milliarden Euro eingesammelt – 43 Prozent weniger als 2021. Auch die Anzahl der Deals war im vergangenen Jahr geringer als 2021, sank von 1160 Abschlüssen auf 1008. Damit wurde dennoch zum zweiten Mal in Folge die Marke von 1000 Deals innerhalb eines Jahres übertroffen.

Besonders die Anzahl großer Deals von mehr als 50 Millionen Euro ist stark gesunken, von 72 Investitionen (33 davon über 100 Millionen Euro) auf nur noch 37 (davon 19 über 100 Millionen Euro). Zulegen konnten dagegen die Deals im Bereich zwischen fünf und 50 Millionen Euro, von 228 auf 246. Thomas Prüver, Partner bei EY, sagt:

„Mit Deals im Gesamtvolumen von fast 10 Milliarden Euro stellt 2022 das zweiterfolgreichste Jahr für die Startup-Branche in Deutschland überhaupt dar. Und das in einer von geopolitischen Herausforderungen, hohem Inflationsdruck und steigenden Zinsen geprägten Zeit. Es wird weiter investiert – wenn auch weniger und unter anderen Voraussetzungen. Denn was sich verändert hat, sind die Rahmenbedingungen: Angesichts steigender Kapitalkosten und sinkender Bewertungen achten Investoren mehr auf Rentabilität als auf langfristige Wachstumsversprechen. Jungunternehmen sind gefordert, sich darauf einzustellen und einen klaren Weg zur Profitabilität aufzuzeigen.“

Jeder siebte Euro geht an nachhaltige Startups

Mit 3,2 Milliarden Euro floss im Branchenvergleich das meiste Geld in den Bereich Software & Analytics. An Mobility-Startups gingen 1,4 Milliarden Euro, Fintechs und Insurtechs sicherten sich 1,3 Milliarden Euro, Unternehmen aus dem Bereich Energy immerhin 1,1 Milliarden Euro.

Quer zur Branchenunterscheidung haben die StudienautorInnen auch die Investments in Startups mit Nachhaltigkeitsfokus untersucht, die sich immerhin 1,5 Milliarden sichern konnten – mehr als jeden siebten Euro. Den höchsten Anteil der Finanzierungsrunden hatten nachhaltige Startups in den Sektoren Energy mit 72 Prozent und Agtech mit 57 Prozent.

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