Munich Startup
Die wichtigsten Investitionen des 2. Quartals 2023

Die wichtigsten Investitionen des 2. Quartals 2023

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

4. Juli 2023

5 Min. Lesezeit

Jolt
Ladeinfrastruktur-Startup Jolt Energy erhält 150 Millionen Euro: Mit seinen Schnelladestationen setzt Jolt Energy auf Batteriespeicher, die die bestehenden Niederspannungsnetze in den Städten ergänzen sollen. Sie liefern zusätzliche Energie für den Ladevorgang und ermöglichen es, Strom für bis zu 100 Kilometer Reichweite in fünf Minuten zu laden. Die Ladestationen liefern eine Leistung von bis zu 320 kW. Auf diese Weise will das Startup es ermöglichen, Schnelladeinfrastruktur aufzubauen, ohne große Eingriffe in das Stromnetz vornehmen zu müssen. Der Infrastrukturkapitalgeber Infrared Capital Partners investiert 150 Millionen Euro in das in München und Dublin ansässige Startup. (Foto: Jolt Energy)
Lilium
Lilium erhält 90 Millionen Euro – mehr soll folgen: Der Münchner Flugtaxi-Entwickler Lilium hat eine weitere Kapitalerhöhung um bis zu 225 Millionen Euro (250 Millionen Dollar) angekündigt. Eine Zusage über 90 Millionen Euro (100 Millionen Dollar) kommt vom chinesischen Tech-Konzern Tencent. Tencent ist bereits seit 2017 bei Lilium an Bord. Der Konzern trug seither mehrere Finanzierungsrunden für die Münchner mit, auch die Ende letzten Jahres erfolgte Kapitalerhöhung in Höhe von 107,5 Millionen Euro (119 Millionen Dollar). Nun sollen weitere 90 Millionen Euro folgen. Zudem gibt es eine Zusage von Tencent für weitere 67,5 Millionen Euro (75 Millionen Dollar), sofern es Lilium gelingt, dieselbe Summe bei anderen Kapitalgebern einzuwerben. So käme das Startup dann auf die angepeilten 225 Millionen Euro. (Foto: Lilium)
Die Fernride-Gründer Max Fisser, Hendrik Kramer und Jean-Michael Georg (v.l.)
Ferngelenkte LKW: Fernride sichert sich 28,7 Millionen Euro. Fernride hat seine Series-A-Runde mit 28,7 Millionen Euro (31 Millionen Dollar) abgeschlossen. Das Münchner Startup entwickelt eine menschlich unterstützte autonome Steuerung für LKW. Zu den Kunden des 2019 gegründeten Unternehmens gehören Volkswagen, DB Schenker, BSH und HHLA. Das Startup will mit seiner Lösung dem Mangel an LKW-FahrerInnen, steigenden CO2-Emissionen und geringen Gewinnspannen in der Logistikbranche begegnen. Nach eigenen Angaben handelt es sich um die erste Lösung dieser Art, die es in den operativen Einsatz beim Kunden geschafft hat. Fernride wird von den Risikokapitalgebern 10x Founders, Promus Ventures, Fly Ventures, Speedinvest und Push Ventures sowie den Unternehmen HHLA Next, DB Schenker und Krone finanziert. (Foto: Fernride)
Seidenfaserproduktion bei AMSilk.
Amsilk erweitert Series-C auf 54 Millionen Euro: Dass Amsilk Investoren für seine Series-C gewinnen konnte, liegt eigentlich schon etwas länger zurück: Anfang 2021 sicherte sich das Biotech-Startup 29 Millionen Euro für seine künstliche Seide. Nun schießen Athos, Novo Holdings, Cargill und MIG Capital 25 Millionen Euro nach. Schon an der ursprünglichen Runde beteiligten sich MIG, Novo Holdings und Cargill. Zudem schloss sich 2021 ER Capital den Investoren an. Das nun frisch eingesammelte Geld plant Amsilk für die Ausweitung seiner Industrialisierungs- und Kommerzialisierungsprojekte weltweit einzusetzen, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. (Foto: Amsilk)
4.screen
21 Millionen Euro für 4.screen: Das Münchner Automotive-Startup 4.screen schließt seine Series-A-Finanzierungsrunde mit 21 Millionen Euro ab. Die Runde wird geführt von den Leadinvestoren S4S Ventures und Continental Corporate Venture Capital. Zusätzliche Unterstützung erhält 4.screen außerdem von den zwei Venture Capital Firmen Summiteer und BayBG, sowie von Business Angels aus der Automobilindustrie – darunter Matthias Müller, ehemaliger CEO von VW, und Bram Schot, ehemaliger CEO von Audi. 4.screen entwickelt eine Plattform für Echtzeit-Interaktion mit AutofahrerInnen, die digitale Fahrzeuge in Echtzeit mit den Geschäften entlang ihrer Route vernetzt. Globale und lokale Marken können so mit AutofahrerInnen direkt über ihre Autobildschirme interagieren. Durch die Nutzung von Fahrzeugsensordaten wie Standort, Motortyp, Automarke und Tankfüll- oder Ladezustand liefert die Plattform FahrerInnen kontextbezogene Informationen über nahegelegene Unternehmen und Orte wie Parkplätze, Restaurants oder Geschäfte. (Foto: 4.screen)
Smart Reporting
Smart Reporting bekommt 15 Millionen Euro von der EIB: Smart Reporting hat eine sprachgesteuerte KI-gestützte Befundsoftware für Radiologie, Pathologie und weitere klinische Bereiche entwickelt. Mit ihr entstehen vollständig auswertbare und maschinenlesbare Befunde, die die Befundungsdauer verkürzen und zugleich die Befundqualität steigern sollen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) unterstützt Smart Reporting nun in seinem weiteren Wachstum durch ein Venture Debt Darlehen über 15 Millionen Euro. Die Finanzierung wird aus dem InvestEU-Programm unterstützt, das Investitionspartnern eine EU-Haushaltsgarantie gewährt, um ihre Risikokapazität zu erhöhen und so öffentliche und private Investitionen zu mobilisieren. Venture-Debt-Kredite ergänzen bestehende Risikokapitalfinanzierungen, ohne die Anteile der Gründer zu verwässern. (Foto: Smart Reporting)
Tado
Tado erweitert Finanzierungsrunde auf 55 Millionen Euro: Erst im Januar verkündete Tado den Abschluss seiner Series-H-Finanzierung mit 43 Millionen Euro. Nun erhöht das für seine smarten Thermostate bekannte Startup die Runde um zusätzliche 12 Millionen Euro. Die bisher 43 Millionen Euro starke Series-H wird von Trill Impact Ventures, Bayern Kapital, Kiko Ventures und Swisscanto als neue Investoren getragen. Noventic, Target Partners sowie weitere bestehende Investoren geben ebenfalls erneut Geld. Nun kommt mit dem US-Investor S2G Ventures verspätet ein weiterer Geldgeber hinzu. (Foto: Tado)
Klarx
Klarx bekommt 11,5 Millionen Euro: Das Münchner Startup Klarx hat eine Plattform entwickelt, auf der es Bauequipment und Baumaschinen vermietet. Baufirmen sollen auf diese Weise von den Vorteilen solcher Plattformen profitieren, wie etwa einer erleichterten Suche, vergleichbaren Kosten oder überprüfbarer Verfügbarkeit. Mit einer eigenen Software bietet das Startup zudem den vermietenden Unternehmen eine Lösung, mit der sie ihren Fuhrpark managen und die Bearbeitung von Mietanfragen beschleunigen können. Helvetia Venture Fund, Swiss Post Ventures, Rudi Hilti sowie die bestehenden Investoren B&C Innovation Investments und die Flixbus Gründer finanzieren das Startup mit 11,5 Millionen Euro. (Foto: Florian Breitenberger)
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