Am 20. und 21. Juni fand im IMC der Messe München zum zweiten Mal die Bits & Pretzels Healthtech statt – eine Auskopplung des großen Founders Festivals, das sich ganz dem Gesundheitswesen verschrieben hat. Für die Ausgabe 2023 erwarteten die Organisatoren über 2.500 TeilnehmerInnen, über 400 InvestorInnen und mehr als 100 ausstellende Unternehmen und Startups. Christoph Commes, Co-Gründer von Raya Diagnostics und einer der diesjährigen Kuratoren, erklärte im Gespräch mit Munich Startup: „Wir sind dieses Jahr nicht nur von den TeilnehmerInnen, sondern auch von den Themen nochmal deutlich internationaler geworden.“ (Foto: Munich Startup)
Auch die Münchner Gründerszene war tatkräftig vertreten: Mit seiner App für mentale Gesundheit hilft das Startup Lumeus Betroffenen dabei, Ängste, Stress, Depressionen, Schlafstörungen und Suchtverhalten sowie ihr Suchtverhalten durch ein emotionales Trainingsprogramm zu bewältigen. Gründerin Verena Herzog-Pohl (rechts im Bild): „Unsere Anwendung basiert auf den neuesten Ergebnissen aus der Emotionsforschung und -therapie. Unser Ziel ist es, aktiv Emotionen hervorzurufen, um Krankheiten präventiv und akut zu behandeln.“ Das Messefazit der Gründerin: „Es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Wir konnten hier Gespräche mit großen internationalen Konzernen führen, die teilweise jetzt auch unsere Kunden geworden sind. Die internationalen Startups, die hier vertreten sind, haben uns auch von weiteren Events erzählt, auf die wir jetzt gehen wollen.“ (Foto: Munich Startup)
Orbit Health stellte eine App vor, die dabei hilft, Menschen mit Parkinson eine personalisierte Behandlung anzubieten. Dafür zeichnen Smartwatches Bewegungsdaten auf, die von einer KI analysiert und ausgewertet werden. So können behandelnde ÄrztInnen, PflegerInnen, aber auch die PatientInnen selbst, kontinuierlich den Zustand des Betroffenen beobachten und abrufen. Bei der Bits & Pretzels Healthtech sind Orbit Health schon zum zweiten Mal dabei. „Für uns als Münchner Startup ist es ein Heimspiel. Wir kennen viele Player und freuen uns darauf, diese hier zu treffen. Vielleicht ergibt sich die eine oder andere Kooperation“, meinte Ferdinand Gottwald von Orbit Health. (Foto: Munich Startup)Mit PrivatkundInnen, InvestorInnen und ForscherInnen kam an seinem Messestand auch das Team von Icaros in Kontakt. Das Startup setzt mit seinen VR-gestützten innovativen Trainings- und Therapiesystemen auf die Kombination von Training und Gaming. Über sein persönliches Messeerlebnis erzählte uns Mitgründer Johannes Scholl (rechts im Bild): „Wir sind extra zu dritt gekommen, damit wir uns auch als Aussteller mal einige der Vorträge anhören können. Die SpeakerInnen und Themen waren extrem interessant.“ (Foto: Munich Startup)Ebenfalls aus München kam das Jungunternehmen Devanthro, das an seinem Stand seine Roboter präsentierte, die über Distanz fernsteuerbar sind und damit künftig vor allem auch Pflegekräften das Leben erleichtern sollen. Als Avatare können die humanoiden Roboter nämlich Kurz- und Kontrollbesuche bei PatientInnen übernehmen, später sollen sie diese auch einmal beim Ankleiden oder Waschen unterstützen. Oder wie es der Gründer des Münchner Startups, Rafael Hostettler, zusammenfasst: „Wir sorgen dafür, dass unsere Omas und Opas in Zukunft nicht mehr alleine zuhause sein müssen.“ Beeindruckt zeigte sich der Jungunternehmer über die gute Stimmung auf der Messe: „Das kann die Bits & Pretzels wirklich gut.“ (Foto: Munich Startup)Das Jungunternehmen Livair mit Sitz im MTZ hat ein smartes Air Quality System entwickelt, das mittels handlicher Sensoren die Luftqualität in Innenräumen anhand zehn verschiedener Parameter in Echtzeit misst. Aus den Datensätzen ermittelt eine KI-basierte Software weitere virtuelle Parameter, wie zum Beispiel die Viruslast. „Wir messen hier live die Luftqualität von den Konferenzräumen und zeigen die Messwerte auf Screens vor den einzelnen Räumen an. Das ist ein guter Aufhänger, um über die Thematik zu sprechen“, erklärt uns Moritz Zerwes von Livair. Und wie ist sie so, die Luft auf der Bits & Pretzels Healthcare? „Ziemlich gut, obwohl so viele Menschen da sind.“ Das können wir so bestätigen. (Foto: Munich Startup)Niemals fehlen darf auf Events der Bits & Pretzels – neben dem Weißbierkarussell – das Networking. Zwischen den Ausstellungsständen und Konferenzräumen gab es genügend Raum, um mit nationalen und internationalen GründerInnen, InvestorInnen, wichtigen Playern aus dem Gesundheitswesen ins Gespräch zu kommen. (Foto: Munich Startup)Das Highlight des Abends: Michael J. Fox nahm persönlich den neugeschaffenen Frontier Award für sein Engagement im Kampf gegen Parkinson entgegen. Seit seiner eigenen Diagnose vor mehr als 30 Jahren setzt sich der Schauspieler und Filmproduzent unermüdlich für die Bekämpfung der Erkrankung ein. Mit seiner Michael J. Fox Foundation hat der Filmschaffende mehr als 1,75 Milliarden Dollar für die Parkinson-Forschung eingebracht und sich zum weltweit größten gemeinnützigen Geldgeber auf diesem Gebiet entwickelt. Den Frontier Award vergeben die Verantwortlichen gemeinsam mit dem Kuratorium der Bits Pretzels Healthtech an Menschen, die sich auf unbekanntes Terrain wagen, Widrigkeiten mutig entgegentreten und mit Optimismus voranschreiten, selbst wenn die Chancen auf Veränderung unüberwindbar scheinen. (Foto: Bits & Pretzels)
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