Munich Startup
Reverion schließt Seed-Runde über 7 Millionen Euro ab

Reverion schließt Seed-Runde über 7 Millionen Euro ab

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl

Maximilian Feigl berichtet seit 2020 über das Münchner Startup Ökosystem. Dabei haben es dem studierten Politikwissenschaftler vor allem Deeptech-Themen angetan.

July 6, 2022

3 min. read time

Reverion hat eine Technologie entwickelt, die bei der Stromerzeugung aus Biogas eine Effizienz von 80 Prozent erreichen soll – das entspricht einer Verdopplung gegenüber gängigen Methoden. Hierfür setzt das Startup auf Brennstoffzellen in einem neuartigen Systemaufbau, der es ermöglicht, sie auch reversibel zu nutzen. Dies bedeutet, dass Reverion-Anlagen bei Bedarf die Stromproduktion in eine Stromnutzung umkehren und so überschüssigen Strom aus Wind und Sonne für einen Elektrolyseprozess nutzen können. Dabei soll wahlweise entweder grüner Wasserstoff oder erneuerbares Erdgassubstitut erzeugt werden. Letzteres kann dann in das bestehende Erdgasnetz eingespeist werden.

„Um die Abhängigkeiten des deutschen Energiesystems weiter zu verringern, ist eine Hebung sämtlicher Potenziale im Energiesektor unerlässlich – so auch von Biogas und erneuerbaren Energien. Allein das Potenzial zur Stromerzeugung aus Biogas-Bestandsanlagen lässt sich mit Reverion-Anlagen von heute rund 5,5 GW in Deutschland auf bis zu 11 GW steigern – und das ohne einen einzigen Quadratmeter weiteren Flächenverbrauch! Nutzen wir gar die volle Flexibilität der Technologie, können in Spitzenzeiten sogar 20 GW Strom erzeugt werden, bis zu 30 Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland. Das ist so viel wie derzeit die Braunkohle maximal leistet. Bei einem europaweiten Roll-out der Technologie wäre es zudem möglich, mehr als 100 Millionen Tonnen CO2 jährlich als echte negative Emissionen abzutrennen und durch zusätzliche Verdrängung von fossilen Energien 10 Prozent der gesamten europäischen CO2-Emissionen einzusparen“,

so Stephan Herrmann, Geschäftsführer von Reverion.

Reverion sorgt für CO2-negativen Strom

Neben der nun erfolgreich abgeschlossenen Seed-Runde konnte Reverion bereits zuvor eine Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) einwerben. Außerdem gewannen die Münchner ein Preisgeld in der Xprize Carbon Removal Challenge der Musk Foundation. Somit stehen Reverion nun insgesamt über 7 Millionen Euro für die Skalierung ihrer Technologie zur Verfügung. Dafür wird derzeit ein neuer Entwicklungs- und Produktionsstandort in Eresing bei München aufgebaut. Außerdem wollen die fünf Gründer ihr Team in den nächsten 12 Monaten auf voraussichtlich 25 Mitarbeitende erweitern. Bereits im kommenden Jahr will Reverion dann die erste Anlage für CO2-negativen Strom und Wasserstoff aufstellen.

Sebastian Heitmann, Partner bei Extantia, ergänzt:

„Grundlastfähige erneuerbare Energie aus lokalen Ressourcen ist nicht nur wegen der aktuellen geopolitischen Lage die interessanteste aller Alternativen im Energiesektor. Reverion ist obendrauf noch in der Lage ein sehr flexibles System anzubieten, dass sich perfekt in bestehende Infrastruktur eingliedern lässt.“

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